Serrig

Serrig wird auch gerne das Tor zum Saarwein genannt, denn der Ort liegt gleich am Fluss, unter dem Schloss Saarfels und wo man die ersten Rebflächen an der Saar abwärts ausmacht, was auch gleichzeitig die südlichste Weinlage an der Saar darstellt. Gleich gegenüber erheben sich die interessanten Felsen worin die Klause von Kastel zu finden ist.

Das Schloss Saarfels östlich in Serrig ist in Privatbesitz und gar nicht so alt wie es aussieht. Das Schloss wurde 1912-14 im Stil einer mittelalterlichen Burg erbaut. Auftraggeber war der Weingutbesitzer Adolf Wagner. 75.000 Reben ließ er auf dem Saarfelser Schlossberg anbauen. Das sanierte Schloss Saarfels mit dem Turm analog eines Bergfrieds, mit Säulen und 15 Zimmern, einer Wohnfläche von 850qm und einem Grundstück von 13.000qm und steht derzeit noch zum Verkauf. Neues Nutzungskonzept ist daher offen.

Nordöstlich gibt es noch das Weingut Schloss Saarstein aus dem Jahr 1900. Die neubarocke Hofanlage zeigt sich mit eingeschossigen Neurenaissance-Gebäuden wie dem Wohnhaus, dem Kelterhaus und einer Remise über einem doppelgeschossigen Keller. Auf dem Weingut werden auf rund 10ha zu 96% Riesling angebaut, aus dem teilweise auch Sekt wird. Das Weingut ist umgeben von den Steillagen.

Auch nordöstlich des Ortes ist die Denkmalzone der ehemaligen Staatlichen Weinbaudomäne Serrig beheimatet. Der preußische Musterbetrieb entstand in den Jahren 1904-12 mit historisierenden Gebäudegruppen. Es gibt eine Schmiede und Werkstätte aus dem Jahr 1906, ein etwas älteres Kelterhaus und ein Wohnflügel sowie das Wohnhaus des Weinbergvogts und ein Treppenturm sowie Stall- und Scheunengebäude.

Zur geschützten baulichen Gesamtanlage zählt auch die Weinbergsbahn, die Domänensiedlung und die Dependance Heiligenborn. Um dorthin zu gelangen durchwandert man ein Bachtal in einem Seitental des Serriger Bachs. Der Heiligenborn mit der Kapelle ist etwa 4,5km vom Ortskern entfernt und die Quelle nebst Kapelle ist Ziel von Wallfahrten.

Die Feldbahn der Weinbaudomäne wurde 1904-06 durch die Landschaft gezogen. Sie diente der Erschließung der Weinbauflächen. Sie hatte einmal 10km Streckennetz und die Aufgabe, Arbeitsgerät und Ernteprodukte durch die Steillagen zu kutschieren. Im heutigen Bahnbestand sind noch zwanzig historische Wagen und zwei Lokomotiven. Auf dem Hofgut Serrig kommt sie noch zum Einsatz und verbindet einige Sehenswürdigkeiten mit schönen Landschaftsblicken.

Ein weiteres Denkmal in Serrig ist der romanische Kirchturm auf dem Friedhof. Sein Baudatum ist nicht genau bekannt, man nimmt aber an, dass er im 12. Jahrhundert entstanden ist. Die zugehörige Kirche wurde wohl zu klein und 1896 abgerissen. Die Kirche St. Martin in Serrig entstand im gleichen Jahr und ist ein neugotischer Bau aus gelbem Sandstein. Im Inneren zeigt sich eine kreuzrippengewölbte Halle.

Die Staustufe Serrig ist in Deutschland die größte an einem natürlichen Flusslauf. Sie befindet sich bei Flusskilometer 18,3 der Saar. Im Zuge der Schiffbarmachung der Saar ist sie eine von mehreren Staustufen und wurde zwischen 1981 und 1986 erbaut, mit einer Hubhöhe von 14,5m. Die Staustufe hat zwei Schleusenkammern. Ein Wasserkraftwerk ist auch angegliedert.

Ein Hinweis auf die frühe Besiedelung der Gegend ist das saaraufwärts am Ortsende von Serrig befindliche Widdertshäuschen in einer Wiese, das ein römisches Grabmal aus der Zeit um das 2./3. Jahrhundert ist. Eine schwer leserliche Inschrift ist noch zu sehen und einer Sage nach sollen hier damals Menschen von kleiner Gestalt gelebt haben, weshalb das Denkmal den Namen Widdertshäuschen erhalten hat.

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