Schwanheimer Düne

Das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne ist eine absolute Besonderheit in der Rhein-Main-Ebene. Die Schwanheimer Düne ist eine der sehr seltenen Binnendünen in Europa. Die Düne liegt im Westen des Frankfurter Stadtteils Schwanheim und das Gebiet umfasst rund 60ha. Seit 1984 ist die Schwanheimer Düne ein Naturschutzgebiet und seit 2003 genießt sie den Schutz eines Fauna-Flora-Habitats nach den Richtlinien der EU.

Die Schwanheimer Düne entstand aus Sandmengen, die aus dem Flussbett des Mains geweht worden sind zu Zeiten der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Die Düne besteht aus Sand-, Magerrasen und Waldflächen. Auch sind kleine Seen darin eingeschlossen. Zwei Wege führen durch die Düne in die Himmelsrichtungen und kreuzen sich in der Mitte. Auf dem Sandboden entstand dann eine Waldfläche, die nach Sturmschäden gerodet wurde. Bauern versuchten Kirschbäume zu kultivieren, was durch Trockenperioden misslang.

Die Schwanheimer Düne lag brach und wanderte zwischen 1882 und 1890 an ihren jetzigen Ort. Danach entstand eine Pflanzengesellschaft, wie sie nur auf einem solchen Boden wachsen kann, eine Silbergrasflur, in der viele Insekten herumschwirren. Zur Silbergrasflur zählen Arten wie das namensgebende Silbergras, Bauernsenf sowie die Sand-Grasnelke als schützenswerte Binnendünen-Gewächse. Auch finden sich einige Kiefern hier. Sie verleihen dem Erscheinungsbild etwas sehr bezauberndes und phantasieanregendes.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in einigen Bereichen Sand abgebaut. Ein Unternehmer hieß Otto Schmitt und auf seine Bestrebungen geht die Schmitt’sche Grube zurück, die heute den größten See im Naturschutzgebiet bildet. Hier tummeln sich ungestört Teichrohrsänger und Graureiher. Von der Abbautätigkeit zeugen an der Wegekreuzung noch einige Betonblöcke, über deren Schienen Arbeiter oder Pferde die Loren schoben.

Etwas nördlich im Bereich der Schwanheimer Düne liegt der fast rechteckige Martinsweiher. Er ist eine vollgelaufene ehemalige Kiesgrube mit bis zu 3m Tiefe. Westlich der Düne gab es ebenfalls Kiesgruben, die jedoch verfüllt wurden.

Die Pflanzen- und Tiervielfalt ist beeindruckend. Die nährstoffarmen Sandböden und das trockene Klima haben auch Arten aus dem Mittelmeer angelockt. Am Rand der Schwanheimer Düne ist eine Streuobstwiese und Hecken säumen das Gebiet. Die Einzigartigkeiten der Binnendüne lassen sich von den beiden Wegen aus erkunden, die man zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt auch nicht verlassen sollte. Die sandigen Bereiche wurden mit Bohlen ausgelegt und die leiten den Wanderer durch die Schwanheimer Düne und in das Gefühl hinein, dass hinter Frankfurt das Meer beginnt.

Die dritte Etappe des Frankfurter Grüngürtel-Rundwegs verläuft durch die Schwanheimer Düne, wenn man am Fähranleger Schwanheim seine Erkundung beginnt. Dabei durchwandert man das Schwanheimer Unterfeld und den Schwanheimer Wald. Etwa bei Kilometer 3 ist man an der Schutzhütte Diezelschneise und an einem Werk der „Komischen Kunst“, dem Struwwelpeter, einer Kopfweide aus der Augen leuchten, und ein Stück weiter sind die Monsterkinder, drei mächtig große Eicheln unter einem Baum.

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