Schloss Weilerbach (Eifel)

Etwa auf halber Strecke zwischen Bollendorf und Echternach im Sauertal steht Schloss Weilerbach. Ein wunderhübsches Rokoko-Schloss erfreut das Auge, mit einem verspielten aber nicht überbordenden Formenreichtum. Schloss Weilerbach entstand im Zuge der Bewirtschaftung der Abtei Echternach. Sie errichtete 1777-79 eine Eisenhütte und nutzte das Wasser des Weilerbaches für den Betrieb. Es entstand eine stattliche Eisenhüttenanlage mit Schmelze und Gießerei. Für die Verwaltung des Unternehmens brauchte es ein Verwaltungsgebäude.

Vom Büro zum zweigeschossigen Lustschloss ist es sicher ein Spagat, doch der Abt Emanuel Limpach war da gar nicht zimperlich und versetzte dem Gebäude das Flair eines privaten Lustschlosses, welches er sich zur Sommerresidenz machte. Er beauftragte den Tiroler Architekten Paul Mungenast mit der Ausführung und das Schloss Weilerbach mit Festsaal konnte 1780 vom Abt bezogen werden. Wahrlich fröhlich muss es auch zugegangen sein, heißt es. Zudem verrät eine versteckte Treppe vom Schlafzimmer des Abtes in den Weinkeller, dass jener sich gerne dem Genuss hingab. Das fröhliche Leben nahm ein rasches Ende mit dem Einmarsch der Revolutionssoldaten 1794.

Zwischenzeitlich erlitt das Traumschloss 1944 in der Ardennenoffensive schwere Schäden und gammelte jahrzehntelang vor sich hin, bis sich eine GmbH dem Rokoko-Juwel annahm und es nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten her richtete. Die barocke Gartenanlage hinter dem Schloss ist stilecht ebenfalls symmetrisch angelegt und mit drei Brunnen geziert. Zum Garten gehört ein Brunnenhaus und ein Pavillon, der die Gestaltungselemente des Schlosses widerspiegelt.

Renoviert wurden auch das Pförtnerhaus aus dem 18. Jahrhundert am Schlossweiher sowie das Verwalterhaus und die Remise aus dem gleichen Jahrhundert. In dieser wurde ein Museums-Café eingerichtet, wo Ofen- und die eifeltypischen Takenplatten zu sehen sind, die aus der Weilerbacher Hütte stammen. Zudem finden sich landwirtschaftliche Geräte und ein Modell der Hüttenanlage, wie sie 1900 aussah.

Auf dem Gelände Weilerbacher Hütte können die früheren Bautenreste von Schneidwerk, Schmelze, Formerei und Schlackenpochwerk in Augenschein genommen werden. Ein Besuch lohnt sich ganz sicher, obwohl man das größtenteils vermietete Schloss nicht im Inneren ansehen kann. Seit 1991 gehört Schloss Weilerbach mit umliegendem Gelände dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Etwas nördlich von Schloss Weilerbach stößt man auf das Diana-Denkmal mitten im Wald am Fuß der Niederburg. Das Diana-Denkmal wurde im 2. Jahrhundert aus dem gewachsenen Sandsteinfelsen heraus gearbeitet. Von dem Denkmal ist nur noch der Sockel erhalten, auf dem die Beine und Gewandreste einer weiblichen Figur und Reste eines Hundes zu sehen sind. Der Sage nach zerstörte Willibrord das Denkmal im Zuge der Christianisierung der Region.

Die Niederburg ist ein geschütztes Bodendenkmal. Sie war neben der Wikingerburg auf der Nusbaumer Hardt eine der beiden Hauptbefestigungen des Ferschweiler Plateaus in vorrömischer Zeit. Die Niederburg war auf der Südspitze des steil abfallenden Plateaus errichtet. Weitläufige Wallanlagen schützten Haupt- und Vorburg sowie die Bewohner des Plateaus, die zahlreich gewesen sein müssen, was etliche Siedlungsfunde bezeugen. Forschungen ergaben, dass die Festungsanlagen aus der jüngeren Bronzezeit, der Urnenfelderzeit (etwa 1200-700 v. Chr.), stammen.