Schloss Malberg

An der Kyll liegt der Ort Malberg in Wurfweite von Kyllburg. Im hier engen Kylltal überragt das Schloss Malberg die Szenerie des Ortes mit seinen rund 650 Einwohnern. Im Ort gibt es dazu etliche weitere Einzeldenkmäler sowie die Denkmalzone des Schlosses, das 1705-1715 errichtet wurde als Nachfolgerin einer mittelalterlichen Burg.

Das sehenswerte Barockschloss Malberg steht auf einem länglich gestreckten Areal auf einem Bergrücken, dessen Hänge terrassiert sind. Man betritt das Schloss durch das äußere Tor nordwestlich der Anlage. Östlich schließt sich das ehemalige Brauhaus aus dem Jahr 1714 an, das heute bewohnt ist.

Gegenüber liegt der Eiserne Garten. Seinen Namen hat er von einem schmiedeeisernen Zaun, der ihn früher umgab. Hier ist heute eine Mauer. Eiserne Pfeiler mit Blumenkörben und das zweiflügelige Gittertor im Stile des Barock aus der Zeit des frühen 18. Jahrhunderts zeugen noch von der alten Umzäunung. Der Garten nach seinerzeit französischem Vorbild wurde als Nutzgarten gepflegt und lud zum Lustwandeln ein. Ein steinerner Brunnen mit Wasserspeier darf natürlich auch nicht fehlen.

Der sogenannte Altbau ist viergeschossig und im Kern mittelalterlich. Richtig schlossig kommt das sogenannte Neue Haus daher. Der barocke zweieinhalbgeschossige auffallende Prachtbau hat neun Achsen mit Seitenrisaliten und ist mit einem Walmdach abgedeckt. Er stammt aus der Bauzeit ab 1705. Das Gebäude ist mit Hausteingliederung versehen und eine barocke Nachahmung der Villa Valmarana in Bolzano Vincentino. In das Gemäuer flossen die Steine des mittelalterlichen Wohnturms ein. Reliefs am Portal zeigen sich mit floralen Verzierungen.

Im Inneren sind etliche Ausstattungen aus dem 18. Jahrhundert erhalten, wenngleich Einiges über die Jahre verloren ging. Was fest mit der Wand verbunden war, zeigt sich hübsch restauriert und gepflegt. Stuckdecken, Vertäfelungen mit Intarsien, ein Habsburger Doppeladler im Kaiserappartement, ein Kaminrelief mit Herkulesknaben, acht bemalte Wandbespannungen mit damals zeitgenössischen Darstellungen, beispielsweise einer Falkenjagd im großen Salon im ersten Obergeschoss.

Der Arkadenbau verbindet Alt mit Neu. Zum Hof hin im Erdgeschoss befinden sich acht Arkaden. Eine Remise fand sich hinter dem früher offenen Bogengang. Das sichtbar viel niedrigere Obergeschoss des Arkadenbaus diente einst der Unterbringung von Heu, später dann der von Pensionsgästen. Das Schloss ist im Besitz der Verbandsgemeinde, die das Kleinod zu musealen Zwecken und für Veranstaltungen herausputzt. Von hier aus genießt sich auf jeden Fall ein wunderbarer Blick über das Örtchen mit der Schlossstraße. Für den Arkadenbau ist eine Nutzung zwischen Museum und Gastronomie geplant.

Die etwas tiefer der Schlossanlage gelegenen ehemalige Schlosskapelle und zeitweilige Pfarrkirche war 1714 fertig und zeigt sich als schlichter Saalbau, der eine Erweiterung erfuhr. Die Schlosskapelle war der heiligen Dreifaltigkeit und Muttergottes gewidmet. Große Teil der Ausstattung (Altar, Beichtstühle und Opferstock) stehen heute in der St. Salvator Basilika in Prüm. Die Kapelle wurde für Veranstaltungen genutzt. Zum katholischen Gottesdienst gehen die Malberger in die Pfarrkirche St. Quirin. Die neugotische dreischiffige Stufenhalle stammt aus den Jahren 1905/06.