Schönecker Schweiz

Man spreche den Namen langsam und flüsternd aus: Schönecker Schweiz. Das klingt doch schon wie ein Versprechen für ein wundervolles Wanderwochenende in herrlicher Natur. Die Schönecker Schweiz ist mit 865ha das größte Naturschutzgebiet in der Südeifel und erstreckt sich nördlich von Schönecken mit fantasieanregenden Dolomitfelsen, Wacholderheiden, Orchideenwiesen, Bachschwinden, Tropfsteinhöhle und herrlichen Wäldern.

Die Schönecker Schweiz ist von vier Orten umgeben: Fleringen, in dessen Kirche sich eine recht goldige Madonna mit Kind aus etwa dem Jahr 1420 befindet, Hersdorf, Schönecken und Rommersheim, die alle etwa anderthalb bis zwei gemütliche Wanderstunden voneinander entfernt liegen. Verschiedene Wanderwege, ein botanischer Waldlehrpfad, ein Karstwanderweg, ein landwirtschaftlicher Lehrpfad und ein Geopfad laden ein, die Schönecker Schweiz zu entdecken.

Durch die Schönecker Schweiz fließen der Altburgbach und Schalkenbach. Beide neigen dazu, zu verschwinden – sie sind sogenannte Schwindbäche. Das sieht man gut am Schluckloch am Altburgbach. Wo das Wasser hinfließt? Unterhalb der Schönecker Schweiz liegt das größte Trinkwasserreservoir der Südeifel, das 20.000 Kehlen mit dem frischen Eifelnass versorgt. Direkt benachbart zum Schluckloch befinden sich eine Doline und eine Klufthöhle.

Ebenfalls beim Schluckloch finden sich Reste einer Keltenfliehburg. Vermutlich waren die Kelten zwischen 400 vor bis 100 nach Chisti Geburt in der Schönecker Schweiz zu Gast. Im Schalkenbusch sind einige Hügelgräber der Kelten zu finden.

Etwas weiter gen Norden am Schalkenbach liegt die Hohl-Ley. Die Hohl-Ley ist eine Tropfsteinhöhle im Dolomitgestein, die von Fledermäusen und anderem lichtscheuen Getier bewohnt wird.

Ebenfalls am Schalkenbach reckt sich die Jungfrauley (Jungfernley) in den Himmel. Dieser Fels ist sagenumwoben und es heißt, eine boshafte Jungfer sei hier aufgrund ihrer Art zu Stein erstarrt. Eine weitere Geschichte will wissen, dass die Hebammen hier früher die Kinder aus einer Felsspalte gezuppelt haben.

Eine neuzeitliche Geschichte erzählt die Brücke bei Rommersheim. Durch den Norden der Schönecker Schweiz sollte in den 1980er Jahren die E 42 weitergebaut werden, durch das Naturschutzgebiet mit den seltenen Orchideen und dem Wacholder. Es regte sich Widerstand in der Bevölkerung und Künstler bemalten das Betonwerk aus Protest und verliehen immerhin so der farblosen Steuergeldverschwendung ein wenig Ausdruck. Die Straße wurde nicht gebaut.