Sagenweg Wildweibchenstein (Reichelsheim im Odenwald)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 7 Min.
Höhenmeter ca. ↑360m  ↓360m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Eine fantastische Rundwanderung mit schönen Aussichten, durch offene Landschaft und Laubwald mit Buchenbestand erwartet uns bei Reichelsheim im Odenwald. Wir treffen auf den Wildweibchenstein, den Fallbacher Wasserfall, die Ruine der Burg Rodenstein nebst Hofgut, kommen ans Schloss Reichenberg und zum Regionalmuseum beim Rathaus von Reichelsheim, unserem Start und Ziel.

Am letzten Oktoberwochenende finden in Reichelsheim übrigens die Märchen- und Sagentage statt, an denen der Wildweibchensteinpreis für Kinder- und Jugendliteratur verliehen wird.

Reichelsheim liegt im Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald im mittleren Odenwald. Wir starten im Ortskern beim Rathaus Reichelsheim von 1554, das das älteste Fachwerkhaus in Deutschland mit Mannform als Verstrebungsfigur ist. Im Rathaus ist das Regionalmuseum eingerichtet, das sich im Schwerpunkt dem Handwerk und Wohnen um 1900 widmet, mit Bergbau, Lebkuchenbäckerei und einer Schulklasse beispielsweise.

Südlich sehen wir die evangelische Michaeliskirche, die mit den Ort 1303 erstmals urkundlich genannt wurde. Sie steht erhöht und Lage wie Mauern deuten auf eine Wehrkirche hin. Der Chor aus dem 15. Jahrhundert ist der älteste Teil des Gotteshauses.

Wir wandern die Bismarckstraße mit den Baudenkmälern, biegen in die Rodensteiner Straße und von der direkt in die Schwestergasse und dann in die Laudenauer Straße. Am Friedhof vorbei verlassen wir die Bebauung. Es geht aufwärts in Richtung Laudenau durch abwechslungsreiche Landschaften. Nach 3km etwa erreichen wir bei 427m den höchsten Punkt der Runde und kommen an einer Schutzhütte vorbei. Aussichten genießend geht’s an der Freiheit vorüber in Richtung Wildweibchenstein.

Der Wildweibchenstein bezeichnet eine Formation aus Granitblöcken, von der eine Sage berichtet, dass dort einst zwei wilde Weibchen in einer Felsöffnung lebten. Sie waren Heilkundige und machten Geschenke. Sie waren durchweg von guter Gesinnung und ein Segen für die Gemeinde.

Wir wandern durch den Wald abwärts zum Fallenden Bach, der im Sommer auch schon mal trockenfallen kann. Jetzt wandern wir zur Ruine Rodenstein aus dem 13. Jahrhundert, von der Mauerreste stehen und sich Sagen überlieferten. Nahebei ist das Hofgut Rodenstein.

An einem Brünnlein vorbei gelangen wir mit Wald und Feld durch Eberbach und nach Reichelsheim zurück. Dessen Silhouette wird von dem Schloss Reichenberg auf der Höhe geprägt. 1307 wurde es als Burg erstmals erwähnt. Es erhebt sich rund 100m über der Ortslage und ist in Privatbesitz. Auf dem Anwesen ist die gotische St. Michaelskapelle, es gibt ein Café, es werden Veranstaltungen und Schlossbesichtigungen angeboten.

Bildnachweis: Von Jreiners [CC BY] via Wikimedia Commons

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