Saarbrücken-Klarenthal

Südlich der Saar und westlich des Zentrums liegt der Saarbrücker Stadtteil Klarenthal. In der Gemarkung von Klarenthal förderte man bis 2005 in der Grube Velsen Kohle. Die Grube Velsen ging 1899 in Betrieb und wurde 1965 mit dem Verbundbergwerk Warndt verschmolzen. Das bauliche Ensemble der Grube Velsen ist denkmalgeschützt und gilt als einziges fast vollständig erhaltenes Bergwerk des preußischen Bergfiskus.

Von der Schachtanlage Gustav II ragt noch heute das Fördergerüst aus dem Jahr 1915 in die Landschaft. Auch haben sich im Ensemble Maschinenhäuser erhalten. In dem Fördermaschinenhaus am Schacht Gustav II ist eine Zwillingsdampfmaschine funktionsfähig. Beide Förderhäuser sind aus Sandstein und haben diese schönen typischen industriellen, hohen Rundbogenfenster, die viel Licht ins Innere lassen.

Zentral sieht man das große Zechenhaus mit dem zweigeschossigen Verwaltungstrakt. Auffällig ist das Mittelportal mit dem Turm. Das Erdgeschoss ist aus offenen Sandsteinen gemauert und darauf sitzt ein verputztes Obergeschoss. Der Baukörper streckt sich an der Straße entlang. Jeweils links und rechts schließen sich dabei eingeschossige Zwischenbauten an. Links folgen dann die Waschkaue und rechts der Verlesesaal.

Das Torhaus ist eingeschossig mit einem Walmdach und Zwerchhäusern. Hier wurden die Marken kontrolliert. Die Fahrmarken boten ein System zur Anwesenheits- und Seilfahrtkontrolle. Man musste ja wissen, wer da war und in den Berg einfuhr und ob die Person dann auch wieder „Glück Auf“ oben ankam. Dazu wurden die nummerieren Fahrmarken ausgehändigt und jeweils den sogenannten Anschlägern übergeben.

Das Torhaus, 1915 gebaut, diente dann später auch als Kaffeeküche. So wird im Saarland die Kantine im Bergbau bezeichnet. Die Kaffeeküche der Grube Velsen wird als einzige im Saarland auch noch als solche genutzt. Nicht nur ehemalige Grubenarbeiter treffen sich hier, sondern auch andere, die das Ambiente der Kaffeeküche schätzen. Auch Besucher des Erlebnisbergwerks können hier ihre Einfahrt gebührend abschließen – vielleicht mit einer Bergmannsportion, bestehend aus Lyoner, einer Weck, Senf und einem kühlen Getränk.

Das Erlebnisbergwerk Velsen, das übrigens auch von Rollstuhlfahrern befahren werden kann, ist im steilen Buntsandsteinhang hinter der Grube. Ein Teil der Anlage war im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen genutzt worden und bis 2011 diente ein Teil der Bergmannsausbildung. Das Untertage-Bergwerk wird von einem übertägigen Stollen aus befahren und beinhaltet über 700m Strecke auf drei Sohlen. Dort finden sich funktionstüchtige Maschinen, darunter auch recht seltene. Förderbänder, Schrämwalzen und Bohrgeräte zum Beispiel können erlebt werden, auch in Betrieb.

Folgt man von der Grube Velsen der Warndtstraße nach Klarenthal hinein, sieht man dort die Türme der evangelischen Kirche und der katholischen St. Bartholomäus Kirche, letzterer zeigt sich in Weiß mit einer welschen Haube. Der evangelische Kirchturm stammt aus der jüngeren Zeit.

Auch in der Fenner Straße ist das Ensemble der Schachtanlage Delbrück zu finden. Das ist ein Wetterschacht der Grube Luisenthal in Völklingen Luisenthal. Eine Maschinenzentrale und ein Fördermaschinenhaus gehören mit zum Ensemble, das auf die vorletzte Jahrhundertwende zurückgeht.

Östlich von Klarenthal liegt der Saarbrücker Stadtteil Gersweiler und nahe der Grenze auf dem Gebiet von Gersweiler findet sich ein sehr altes Relikt der Vergangenheit mit der Ruine der Aschbachkirche (Am Ziegelhof). Erstmalig genannt wurde der Aschbacher Hof, als 1312 das Stift St. Arnual den Aschbacher Hof kaufte. Der Hof wurde bei einem Brand zu Beginn des 17. Jahrhunderts vernichtet, die Kirche überstand das Inferno, verfiel aber.

In Gersweiler steht die evangelische Kirche unter Denkmalschutz. Sie fällt durch ihre breite Straßenseite auf mit dem großen Dachreiter, der sich über dem Mittelrisalit erhebt. Die Kirche ist aus dem Jahr 1784. Auffällig in Gersweiler ist auch das Bahnhofsempfangsgebäude mit dem halbrunden Eckturm, Das Gebäude entstand im Rundbogenstil 1905/06.

Rund ist auch der Alte Wasserturm Am Hasenbühl aus dem Jahr 1916, der zeitweilig Veranstaltungen diente. Der Wasserturm ist auch ein Ausgangspunkt für den Gersweiler Mühlenweg, der rund 5km misst und von hier zum Schanzenberg führt.

Vgwort