Rundwanderweg entlang des grünen Fensters in Seesen am Harz


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 41 Min.
Höhenmeter ca. ↑195m  ↓195m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das Fenster zum Harz – so beschreibt sich Seesen und passend dazu erwandern wir eine Runde entlang des grünen Fensters durch und um das Städtchen, das auch Wirkungsstätte von Wilhelm Busch war, der seine letzten Lebensjahre im eingemeindeten Mechtshausen verbrachte und wo Heinrich Engelhardt Steinweg 1836 sein erstes Klavier baute.

Die „Fenster zum Harz“ sind übrigens sehr dekorativ als Sitzmöbel und Infopunkte im Stadtgebiet aufgestellt. Wir erleben eine abwechslungsreiche Runde mit Kirche, Museum, Parks und der Schildau, einem 16km langen Zufluss zur Nette, der südöstlich von Sehusa, wie der Ort 974 in einer Schenkungsurkunde genannt wurde, entspringt.

Wir starten die Runde durch Seesen am Jacobsonplatz, gehen nach rechts in die Bismarckstraße, den Hasseberg hinauf und weiter durch die Bergstraße, über die wir das bebaute Gebiet verlassen. Dort steht Tillys Tisch, von dem aus der katholische Feldherr Tilly im Dreißigjährigen Krieg die Dänen vertrieben haben soll. Er managte von da die Schlacht bei Lutter am Barenberge.

Über den Lauseberg geht es zum Dehneplatz mit einer Weggabelung. Wir nehmen den zweiten Weg nach links und halten uns in östliche Richtung, um die Schildau zu überqueren.

Wenn wir die Lautenthaler Straße überquert haben, sind wir im Steinway-Park, der 1892 angelegt wurde. H.E. Steinway (1797 in Wolfshagen im Harz als Steinweg geboren, 1871 in New York gestorben) gründete 1853 mit seinen Söhnen die berühmte Flügel- und Klaviermanufaktur in New York. Im Park mit den Teichen, Muschel und Bühne ist ein Gedenkstein aufgestellt. Links von uns liegt die Schildau, während wir durch Kurpark- und Talstraße zu den Sportstätten wandern und die Schildau überqueren.

Als nächstes können wir im Naturschutzgebiet Silberhohl in die über 5.000 Jahre alten Senke schauen, wo einer Sage nach einst eine Burg stand. Die Silberhohl ist ein Moor mit entsprechender Pflanzenwelt. Weiter geht der Weg durch eine Feldmark und wir sehen rechts den Großen Schildberg (280m), von dem aus man einen feinen Blick ins Umland hat. Über den Carpentras- und Wantageweg sowie die Schützenallee kehren wir in den Ortskern zurück und kommen am Park der Generationen raus.

Man kann das Städtische Museum besuchen, das in einem einstigen Jagdschloss Seesen aus Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Einen Besuch wert ist auch die barocke, evangelische St. Andreas Kirche aus der Zeit um 1700. Sie hat im Inneren eine zweistöckige Empore und war ursprünglich als Hof- und Schlosskirche gebaut. Säulen tragen Altar und Kanzel. Benachbart steht ein Glockenturm.

Wenn wir auf dem Rückweg zum Ausgangsort sind, sehen wir rechts das heutige Amtsgericht Seesen, das auf die Burg Sehusa zurückgeht. Vor dem Rathaus, teils Fachwerk, teils verblendet, stoßen wir auf die noch keck grinsenden Jungs Max und Moritz: „Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!“ Vom Erschaffer der Lausbuben, Wilhelm Busch, finden wir nahebei eine Bronzefigur.

Bildnachweis: Von Presse03 [GFDL], via Wikimedia Commons

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