Rundwanderung über den Harkortberg (Wetter an der Ruhr)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 41 Min.
Höhenmeter ca. ↑167m  ↓167m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wetter an der Ruhr ist wie das benachbarte Witten eine der Geburtsstätten des Ruhrgebiets als leistungsfähigste Industrieregion Europas. Während in Witten die ersten Kohleklumpen aus dem Boden gekratzt wurden, startete der Hagener Unternehmer Friedrich Harkort 1819 in Wetter ein neues Unternehmen, das Dampfmaschinen produzierte und als erstes Industriewerk in Westfalen gilt. Daraus entstand später die DEMAG, die mittlerweile Teil der SMS Siemag ist, dem weltgrößten Unternehmen der Hütten- und Walzwerkstechnik.

Friedrich Harkort ist aus Wetter nicht wegzudenken. Die Ruhr wird bei Wetter zum Harkortsee aufgestaut. Es gibt eine Harkortstraße und einen Harkortturm, ja sogar ein ganzer Berg wurde nach Friedrich Harkort benannt. Und dieser Harkortberg (232m) ist Ziel der Rundwanderung, die am Bahnhof in Wetter beginnt.

Vom Bahnhof gehen wir am Ruhrtalcenter entlang und wenden uns an der Kaiserstraße nach links. Dann geht es vor dem Wald auf dem Ruhrhöhenweg (XR) hinauf in Ardeygebirge. Wir folgen dem Ruhrhöhenweg, bis man auf den örtlichen Wanderweg A1 trifft und in diesen nach links einbiegt. Man quert einen kleinen Bach auf Trittsteinen, hält sich scharf links und kommt dann hinauf zum Waldrand mit Blick auf Gut Schede.

Gut Schede, ein mittelalterlicher Adelssitz, war ab 1748 Wohnhaus der Familie Harkort. Friedrich Harkort, der 1880 starb, wurde im Wald von Gut Schede in der nahen Erbbegräbnisstätte Harkort beigesetzt. Das Herrenhaus wurde 1810 aus Ruhrsandstein errichtet und innen zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Architekten und Designer Henry van de Velde und Peter Behrens im Jugendstil umgestaltet. Gut Schede befindet sich bis heute im Eigentum der Familie Harkort und ist als Privatbesitz nur eingeschränkt zugänglich.

Weiter geht es auf dem Wanderweg A4 ins Schnodderbachtal und später auf dem Volme-Höhen-Weg (X20) zum Gipfel des Harkortbergs. Am Sportplatz steht der Harkortturm, ein 1884 zu Ehren Friedrich Harkorts errichteter Aussichtsturm. Wenn der Harkortturm mal geöffnet ist, genießt man von der Aussichtsplattform einen herrlichen Blick über den Harkortsee und hinüber ins Bergische Land und Sauerland. Leider ist aber meistens die Tür abgeschlossen.

Vom Harkortturm beginnt der Abstieg in die Altstadt von Wetter. Man kommt durch die Burgstraße zu evangelisch-reformierten Kirche, die 1894 erbaut wurde und trifft direkt gegenüber auf das Harkorthaus. Das Harkorthaus ist ein um 1700 errichtetes Fachwerkhaus, das im Besitz der Familie Harkort war. Friedrich Harkort lebte hier zeitweise, als er in der benachbarten Burgruine Wetter seine Mechanische Werkstätten Harkort & Co. Gründete. Heute ist im Harkorthaus das Stadtarchiv von Wetter untergebracht.

Am Harkortsee entlang – wir passieren noch eine Gedanktafel an Friedrich Harkort – wandert man schließlich zurück zum Bahnhof in Wetter.

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