Rundtour an der Neckarschleife bei Hirschhorn


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 5 Min.
Höhenmeter ca. ↑292m  ↓292m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Alles so klangvoll hier: Hirschhorn, Nibelungenland, Perle des Neckartals – und tatsächlich verleitet die Lage des Ortes an einer Doppelschleife des Neckars zur romantischen Umschreibung, am Fuße der Odenwaldhänge mit einer Burg auf einer Bergnase und vielen Fachwerkhäusern in der Altstadt.

Unsere Tour durch den Luftkurort Hirschhorn im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald startet in der Neckarschleife in Ersheim in der Ersheimer Straße. Wir wandern mit dem Neckar, der rechts von uns fließt, zur Staustufe Hirschhorn, die 1933 fertiggestellt wurde und den Neckar im Mittel um 5,3m aufstaut.

Wir queren die Doppelschleuse der Bundeswasserstraße und gelangen zum Alten Stadtturm der Stadtbefestigung. Der Turm des Mitteltors stammt aus dem Jahr 1392 und wird von der katholischen Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariae (Marktkirche) genutzt, 1732 geweiht. Sie ist eine von vier Kirchen in Hirschhorn. Südlich am Neckarufer steht die evangelische Kirche (1892).

Es geht aufwärts zur Kirche am Hang unterhalb der Burg. Die ehemalige Karmeliter-Klosterkirche Mariä Verkündigung wurde 1406 geweiht, mit St. Anna Kapelle von 1513. Im Inneren besonders interessant ist der gotische Sandstein-Lettner und sind die mittelalterlichen Epitaphe derer von Hirschhorn, die das Kloster und die Kirche stifteten. Rechterhand der Kirche hat sich das einstige Klostergebäude erhalten.

Wir nehmen den Schlossweg und gelangen zur Burg Hirschhorn aus der späten Stauferzeit, deren Bau von den Herren von Hirschhorn 1250 begonnen wurde. Sie steht auf einem Sporn des Stöckbergs, zeigt sich mit oberer und unterer Vorburg sowie der Hauptburg. Schildmauern, Torbau, Bergfried, Nordtor und Gefängnisturm, Burgkapelle im Palas in der ersten Etage, wo man heiraten kann, allesamt haben viel aus den bewegten Zeiten zu erzählen. Im Hatzfeldbau aus der Renaissance ist ein Hotel.

Die Wanderung führt weiter aufwärts und wir gehen mit Waldbegleitung einen großen Bogen, der Neckar fließt rechts und wir genießen hübsche Aussichten. Wenn wir rund 3,8km gewandert sind, haben wir mit 248m den höchsten Punkt der Runde und befinden uns zwischen der Doppelschleife. Nach Süden wandernd gelangen wir an die B37/B45 und queren mit ihr den Neckar. Am Hungerberg vorbei gelangen wir nach Ersheim.

Ersheim taucht bereits 773 im Lorscher Codex auf. Wir wandern zur Ersheimer Kapelle, die als älteste Kirche des Neckartals gilt und auf das 8./9. Jahrhundert zurückgeht. Was wir baulich sehen ist Gotik aus dem 14. Jahrhundert. 1517 erhielt die katholische Kirche St. Nazarius und Celsus (Ersheimer Kapelle) einen neuen Chor mit Netzgewölbe. Im Inneren der seit 1636 als Friedhofskapelle genutzten Kirche sind die mittelalterlichen Fresken und das Deckengewölbe im Vorchor besonders erwähnenswert. Kurz darauf sind wir am Ausgangsort.

Bildnachweis: Von Roman Eisele [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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