Rund ums Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 12 Min.
Höhenmeter ca. ↑733m  ↓733m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wenn Saison ist – und d.h. hier von Ende März bis Ende Oktober –, dann kann man einen Ausflug zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof unternehmen, dem ältesten Freilichtmuseum Baden-Württembergs. Wir verbinden einen (kostenpflichtigen) Besuch des Museums mit dieser schönen Wanderung.

Wir sind südlich von Huuse, wie Hausach auf Alemannisch genannt wird. Hausach im Kinzigtal im Ortenaukreis führt im Untertitel „Stadt unter der Burg“ mit sich. Dessen Ruine ist das Wahrzeichen von Hausach, das zudem an der Schwarzwaldbahn liegt und am Westweg. Rund 110km Wanderwegenetz weist Hausach aus. Ein Aushängeschild ist das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach, ein Stück südöstlich unseres Starts am Bahnhof Hausen.

Wir haben erstmal einen Anstieg vor der Brust, zum 789m hohen Farrenkopf, wofür wir 6,4km brauchen. Dann geht es rasch hinab und zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof für das man etwas Zeit einplanen sollte. 600 Jahre Schwarzwälder Zeitgeschichte verlangen ein wenig Aufmerksamkeit. Dann gehen wir mit der Gutach zur Kinzig und sind zurück – das ist der Plan.

Das Auto stellen wir auf dem Parkplatz am Kinzigdamm, passieren Schienen, einen Kanal und die Hauptstraße mit Zielrichtung Burg Husen, wo einige der Wanderwege verlaufen wie beispielsweise der Hausacher Bergsteig. Die Burg Husen wurde 1246 erstmalig genannt. Man sieht Reste wie den Bergfried mit einem Zinnenkranz von 1896. Es ist ein Erster-Sonntag-Sommer-Monat-Turm und nur dann zur Aussicht geöffnet. Neben dem 14m hohen Bergfried ist auch ein Batterieturm zu sehen.

Über die Schmids Wanderecke streben wir weiter aufwärts zur Fundstelle Grube Elisabeth am Kreuzberg – entlang dem Weg ist ein Bergbaulehrpfad. Im Kinzigtal wurde bereits im Mittelalter Silber abgebaut. Auf dem Pfad kommen wir zu einer kleinen Kapelle. Unaufhaltsam stapfen wir aufwärts zum Haseneckle, dort gehen Kinder jährlich auf Osterhasenjagd.

Dem Anstieg folgt der Lohn am Farrenkopf, den die Gutacher auch „Farbe“ nennen. Jetzt kann der Blick schweifen: über die Berge und Täler bis zum Kaiserstuhl, in die Rheinebene oder gar in die Vogesen. Die Hasemannhütte bietet Schutz und eine hübsche Rast mit Vesper aus dem Rucksack.

Der nächste Muskelkater wird vom Bergabsteigen erzeugt werden. Es geht hinab an die Gutach und zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Neun Schwarzwaldhäuser und Bauten wie Mühle, Säge oder Scheunen zeigen das Leben und Arbeitens der Vorfahren. Der Vogtsbauernhof ist der einzige am Originalplatz und wurde 1612 dort gebaut. Bauerngärten runden das Erlebnis ab.

Ein Waldstück trennt uns von Hausach. Das Museum Molerhiisli, an dem wir vorbeikommen, ist eine Erinnerung an den Maler und Mundartdichter Eugen-Falk Breitenbach (1903-1979) der sogenannten Gutacher Malerkolonie, die zurückgeht auf die Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann und Curt Liebich im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Wir wandern durch Hausach zum Klosterplatz und zur neugotischen, katholischen Kirche St. Mauritius (1896 geweiht). Hauptstraße, Kanal, Schienen sind dann zu queren, um durch die Gartenkolonie auf den Kinzigdamm und zum Auto zu gelangen.

Bildnachweis: Von Peter Poschadel [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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