Rottenburg am Neckar: abwechslungsreiche Stadtrunde


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑106m  ↓106m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Stadt-Land-Fluss erleben wir heute in der Römer- und Bischofsstadt Rottenburg am Neckar. Altstadt, Neckar, Schutzgebiet Burglehen erwarten uns. Rottenburg zählt zu den ältesten Siedlungsplätzen in Baden-Württemberg, Jungsteinzeit, Kelten, Römer, alle waren sie da, bevor sich die mittelalterliche Stadt im 13. Jahrhundert entwickelte.

Wir beginnen die Stadtbesichtigung beim Parkplatz am Rathaus. Westlich erstreckt sich nicht eben in geringem Ausmaß die Justizvollzugsanstalt Rottenburg, die 692 Haftplätze beinhaltet. Sie wird auch nach ihrer Anschrift benannt: Schloss 1. Zu Zeiten der Römer war hier das Kapitol der Stadt Sumelocenna (98n.Chr. gegründet). 1824 wurde aus einer Zwangsarbeitereinrichtung ein Landesgefängnis.

Wir gehen zum Marktplatz, auf dem bei dem schmucken Marktbrunnen das Wahrzeichen von Rottenburg steht, der Dom St. Martin, aus dem 15. Jahrhundert. Er zeigt sich als dreischiffige, gewölbte Basilika, mit charakteristischem spätgotischen Turmhelm. Der Dom erhielt eine barocke Umgestaltung. Im Inneren wurde er 2003 erneuert, teils mit Deckenschalen und einer modernen Wendeltreppe zur Orgelempore sowie einer klaren, glatten Linie im Chorraum.

Sehr hübsch ist das Rathaus mit dem Ratskeller, links und rechts der Fußgängerzone Königsstraße laden Geschäfte zum Bummeln. Wir biegen in die Bärengasse und könnten in die Karmelitenstraße abbiegen, mit dem Diözesanmuseum im einstigen Karmelitenkloster Rottenburg, aus dem 17. Jahrhundert, das im 13. Jahrhundert wurzelt. Wir wandern am Neckarufer und schauen zum Klosterbau herüber, das Priesterseminaren dient.

Mit dem Neckar zur Rechten gelangen wir in den Park Schänzle, mit Spielplatz, Café, Boule oder Musikpavillon. Es geht über den kleinen Weggentalbach, dann rechts in die Gartenstraße. Wir folgen einem Neckarbogen mit der Siebenlindenstraße und an deren Ende durchwandern wir die Wiesen und kommen ins Naturschutzgebiet Burglehen mit benachbarten Landschaftsschutzgebiet.

Das Naturschutzgebiet Burglehen kommt auf rund 16ha und zeichnet sich auch durch Baggerseen aus. Schützenwert ist das Zusammenspiel der verschiedenen Zonen mit Ufer, Schotter, Sand, Lehm, Schilf und Schlick. Rund 120 Vogelarten wurden hier schon gezählt.

Durch Wiesen und Feld kommen wir nach Rottenburg. Nach dem Passieren der B28 nehmen wir die Schuhstraße, kommen an der Neuapostolischen Kirche vorbei und wandern nach rechts mit dem Stadtgraben nebst Zwinger. Er ist Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Wir kommen in dem Grünstreifen an einem Spielplatz vorbei zur Jupiter-Giganten-Säule beim Büchelesturm, von dem allerdings nur noch ein Rund am Boden zu sehen ist.

Rechterhand ist das Römische Stadtmuseum Sumelocenna, das in die Geschichte führt. Auf dem Weg zum Dom sehen wir rechts das Bischöfliche Palais, welches sich an der Obere Gasse erstreckt. Das sehr schön sanierte alte Gebäude der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht zusammen mit einem neu gebauten Archiv, das sich dem Verlauf der historischen Stadtbefestigung anpasst. Es gibt noch einiges zu entdecken, auch außerhalb dieses Tourenvorschlags.

Bildnachweis: Von dierk schaefer [CC BY] via Wikimedia Commons

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