Roßbergturm und Gönninger Seen (Rundtour bei Reutlingen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑437m  ↓437m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Gönningen, die Samenhändlergemeinde, die dieser Tradition ein Museum im Rathaus widmet, ist ein südwestlicher Stadtteil von Reutlingen. Ein weiteres Markenzeichen ist die Tulpenblüte. Im 19. Jahrhundert begann man damit, die Gräber mit Tulpen zu bepflanzen, was seinerzeit Luxus war.

Wir entdecken die Gönninger Seen im schönen Wiesaztal, in dem ein Kalktuff-Lehrpfad ist. Einen feinen Überblick gibt es vom Roßbergturm mit Wanderheim auf dem Roßberg, südlich von Gönningen. Der Parkplatz im Wiesaztal ist Start, nahebei fließt die Ramstel in die Wiesaz.

Wir wandern mit dem Uhrzeigersinn und kommen zum Grillplatz bei dem Unteren- und Mittleren Gönninger See. Die Gönninger Seen entstanden aus dem Abbau des Gönninger Kalktuffs, ein Süßwasserkalkstein, der in Baden-Württemberg mancherorts abgebaut wurde und dessen Vorkommen nahezu erschöpft sind.

Kalkstufen sehen wir beim Wiesaz-Wasserfall, sehr hübsch. Die Wiesaz, 17,5km, hat ihre Quelle unterhalb von Sonnenbühl-Genkingen und mündet bei Pulvermühle in die Steinlach. Wir umrunden den Oberen Gönninger See und biegen in den Biegelweg, kreuzen den Ahornbach, gehen links in den Klingentalweg, dann rechts.

Wald und Wiesen treffen wir beim Buoberg und der Buobergschanze. Sie ist mit der Roßbergschanze ein Relikt aus der Zeit der Spanischen Erbfolgekriege, als Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg auf der Schwäbischen Alb zwischen Übersberg und Dreifürstenstein 1703/04 Schanzenanlagen errichten ließ, die sogenannten Alblinien. Ein Geschichtslehrpfad bei den Schanzen informiert darüber. Die Schanzen mussten übrigens dem Ernstfall nie trotzen, da der Krieg 1704 zumindest für Württemberg aus war.

Wenn wir eine Weile mit Wald gewandert sind, etwa 4,6km geschafft haben, kommen wir an der Höhle Kühles Loch vorbei, die ist im Inneren wohl recht lang, man kommt nur kriechend rein, wenn man meint, man müsste. Wir bleiben im Licht und kommen zum Öschenbach, mit dem wir ein kleines Stück gehen, dann rechts abbiegen, um im weiteren Verlauf den Roßberg zu erkunden.

Der Roßberg ist ein 836m hoher Berg am Albtrauf im Bereich der Mittleren Kuppenalp. Oben kann man beim Roßberghaus einkehren. Der 28m hohe Roßbergturm bietet Aussichten auf die Schwäbische Alb nebst Vorland. Gen Westen ist der Schwarzwald, nördlich Schönbuch und der Stuttgarter Fernsehturm. Der Hohestaufen lässt sich blicken und bei klarer Sicht gen Süden die Alpengipfel. Ein Aussichtspunkt ist beim Obelisken, dem Quenstedt-Denkmal, dem Tübinger Professor von Quenstedt gewidmet, der die Geologie der Schwäbischen Alb erforschte.

Rund 7km sind geschafft und nun geht’s talwärts, überwiegend mit Wald. Wenn der sich lichtet, kommen wir in das kleine Naturschutzgebiet Unter Lauhern, wo reizvolle Landschaftsteile der Schwäbischen Alb zum Erhalt geschützt sind. Hier ist es der Halbtrockenrasen, die Obstwiesen mit Hecken und Waldrand, Nasswiesen mit Tümpeln, wo sich etliche Arten, darunter auch Orchideen, wohl fühlen.

Wir wandern in Gönningens Mitte mit dem Rathaus, worin das Samenhandelsmuseum seine Händlertradition ausstellt. Benachbart ist die evangelische Kirche Peter und Paul mit Wurzeln im 13. Jahrhundert und mit Gönninger Kalkstein. An der katholischen Kirche St. Michael geht’s vorbei, über die Wiesaz und auf dem letzten Stück der Wanderung durch Wald und Aue zum Parkplatz.

Bildnachweis: Von Muck [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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