Roderath

Der kleine Ort Roderath auf der Netterheim-Marmagener Hochfläche in der Eifel lag an der wichtigen Römerstraße von Trier nach Köln. An dieser antiken Fernstraße entwickelte sich das, was man auf dem nahen Nürburgring auch Boxengassen nennt: Versorgungsstationen, eine Art römische Tank- und Rastanlage.

Eine dieser Versorgunsstationen fand man rund 800m westlich des Ortskerns von Roderath an der Kreisstraße nach Engelgau. Die römische Hofanlage wurde 1984-89 ausgegraben. Heute ist diese Villa rustica ein Bodendenkmal und man kann die Grundmauern entdecken. Ursprünglich wurde der Gutshof vermutlich vom 1. bis ins 4. Jahrhundert bewirtschaftet und belebt. Aus Fachwerk bestand das angenommene Hauptgebäude auf einem steinernen Sockel und mit Ziegeln bedeckt. Vier weitere Nebengebäude waren in Pfostenbauweise entstanden und hatten mit Lehm ausgefüllte Gefache.

Die katholische Kirche in Roderath ist St. Antonius geweiht. Die St. Antonius Kirche, ein einfacher dreiachsiger Saalbau mit vorgesetztem Turm, beherbergt einen Taufstein aus Roderather Marmor. Der ist eigentlich kein Marmor, sondern ein seltenes Fossiliengestein. Bei der Behandlung der Oberfläche kann der Marmoreffekt erzeugt werden. Eck- und Randsteine, das Weihwasserbecken und ein Teil des Voraltars wurden ebenfalls aus dem schönen Gestein hergestellt.

Roderather Marmor stammt aus dem mittlerweiler verwilderten Roderather Marmorbruch. In der Nähe des ehemaligen Verladeplatzes steht heute eine Lore. Auch der Frohngauer Pfarrer kaufte für die Kirche St. Margaretha mit dem spätgotischen mächtigen Wehrturm fossilienreiche Kalksteinblöcke aus Roderath. Fossiliensucher suchen nach wie vor ihr Glück im Roderather Marmorbruch.