Roßdorf (Bruchköbel)

Roßdorf ist ein Stadtteil von Bruchköbel und verlängert die Kernstadt nach Norden hin. Die alte Handelsroute Hohe Straße, die die beiden Messestädte Frankfurt am Main und Leipzig verband, führte durch Roßdorf. Vielleicht war dies der Grund, warum um 1190 der Orden der Antoniter in Roßdorf sein erstes deutsches Kloster einrichtete.

Die Antoniter waren ein Helferorden, der sich um die am Antoniusfeuer Erkrankten kümmerte. Das Antoniusfeuer war eine damals nicht eben seltene Vergiftung durch Mutterkorn, welches sich ans Getreide haftete. Vom 1240 begonnenen Klosterkirchenbau ist leider nichts mehr erhalten, da nach Wegzug des Klosters nach Frankfurt-Höchst im 15. Jahrhundert die Bauten als Steinbruch dienten.

Roßdorf zeichnet sich durch die Charakteristik eines Landwirtschaftsortes aus, da die Höfe innerorts zu finden sind. Sehenswert aus früherer Zeit ist das Ensemble aus Altem Rathaus (um 1700) aus Fachwerk mit dem Türmchen und dem Brunnen (um 1713) davor sowie dem Backhaus (um 1773). Die romanische Dorfkirche geht auf Ursprünge im 11. Jahrhundert zurück.

Verläßt man Roßdorf nach Nordosten, kommt man ins kleine Butterstadt, das bis 1803 dem Antoniter-Orden gehörte. Butterstadt wurde erstmals 820 erwähnt und gehört zu den ältesten Siedlungen im Raum Hanau. Zu Zeiten der Römer wurde es zum Kastell Marköbel gerechnet. Im Ort wurde eine Jupitergigantensäule gefunden, die als Replik seit 2008 im Ort steht.

Butterstadt hat einen direkten Zugang zum Regionalpark-Route Hohe Straße und die Installation Himmelsschaukel am nordöstlichen Rand des Ortes gewährt einen Blick auf Taunus und Spessart.