Rilchingen-Hanweiler (Kleinblittersdorf)

Im Grenzgebiet und an einem südlichen Zipfel des Saarlandes liegt Rilchingen-Hanweiler, das man auch unter Hanweiler Bad Rilchingen kennt. Der Ort an der Grenze zum französischen Nachbarn liegt in einem kleinen Saarbogen, wo die Blies in die Saar mündet und sich der Yachtclub Hanweiler befindet.

Blies und Saar bilden um Rilchingen-Hanweiler eine natürliche Grenze. Die Geschichte von Rilchingen-Hanweiler ist mit den Grafen von der Leyen verbunden. Genauer: Marianne von der Leyen (1745-1804). Die Gräfin betrieb nach der Entdeckung der Augustaquelle einen Salinenbetrieb zur Herstellung von Kochsalz bis zur Zeit der Französischen Revolution (1789-1799), als sie fliehen musste.

Die französischen Truppen vernichteten das Gradierwerk und auch das Schlösschen der Gräfin. Davon blieben nur Mauerreste am ehemaligen Eisenbahnerhaus. Die Saline war in etwa dort, wo sich heute das Haus St. Vinzenz der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf aus Trier befindet.

Die Augustaquelle mit ihrem Brunnenhäuschen aus dem Jahr 1790 ist im Park der Einrichtung zu finden. Namensgeberin war die Königin Augusta. Ein Saargemünder (heute Sarreguemines) Arzt entwickelte mit der Solequelle im 19. Jahrhundert einen kleinen Kurbetrieb. Dort wo heute das Haus St. Josef ist, war einst ein Kurhaus.

1917 kauften die Barmherzigen Brüder das Kurbad Rilchingen. Eine weitere Quelle in der Nähe war die Viktoriaquelle, die 1880 versiegte. In deren Quellturm aus dem Jahr 1828 wurde das Wasser der Augustaquelle abgefüllt.

Mit der Bädertradition verbunden ist die Saarland-Therme im Norden von Rilchingen-Hanweiler. Der zweistöckige Gebäudekomplex ist ein wenig an maurische Architektur angelehnt. Es bietet ein Thermalbad mit Außenbecken, ein Spa und eine Sauna. Das Wasser kommt aus rund 750m Tiefe mit einer Temperatur von 21,3°C. Der Saarland-Therme schließt sich ein sogenanntes Vitalcenter mit Wellnessangeboten, Kosmetik, Ärzten und Fitness zum Beispiel an.

In Rilchingen-Hanweiler steht die katholische Pfarrkirche St. Walfridus unter Denkmalschutz. Der Sakralbau im Stil der Neogotik hat ein aufwändig gestaltetes sehenswertes Portal. Die einschiffige Hallenkirche mit einem Satteldach wurde in den 1880ern eingeweiht, damals mit einem Glockentürmchen als Dachreiter. Nach einem Brand 1954 wurde die Kirche wieder hergerichtet, aber ohne Türmchen. Der hohe freistehende Turm, der heute an der Kirche steht, kam als Glockenturm 1961 hinzu.

Der Grundstein des östlich gelegenen Orts Sitterswald wurde erst 1935 gelegt. Sitterswald entstand am Zeichenbrett. Anlass war die Rückkehr des Saarlandes ins „Deutsche Reich“. Über die Blies führt eine Fußgängerbrücke zum französischen Nachbarn nach Sarreguemines. Dort steht die Bliesmühle, beziehungsweise le Moulin de la Blies. In der Bliesmühle ist das Museum für Steinguttechnik zuhause.

Der Waldparkplatz in Sitterswald ist der Ausgangspunkt für den Blies-Grenzweg. Die Runde führt u.a. auch zu dem kleinen Mühlenwaldweiher, der östlich von Sitterswald im Wald liegt.

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