Rettershof

Der Rettershof ist ein Ort mit einer langen Geschichte. Er entstand, nordöstlich vom Kelkheimer Stadtteil Fischbach, 1146 als Prämonstratenserkloster. 1559, mit der Reformation, wurde daraus ein Hofgut. Der Grundriss des Hofgutes ist nach wie vor erhalten, nicht aber die Klostergebäude, die dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer fielen und von denen heute nur noch Bruchstücke aus Basaltschlacke vorhanden sind. Wo einst die Klosterkirche stand, ist heute ein Reitplatz.

Nach etlichen Besitzerwechseln und der Privatisierung ließ 1884 der Engländer Frederik Arnold Rodewald für seine Tochter und ihren Gatten ein neues Herrenhaus im englischen Tudorstil (Übergang des gotischen in den Renaissancestil) erbauen. Dessen Nachfolger eröffnete 1938 dort ein Ausflugslokal und bot die erzeugten Hofgüter an. 1980 wurde der Rettershof von der Stadt Kelkheim erworben. Heute ist das Herrenhaus, um einen Anbau mit 35 Zimmern erweitert, ein Schlosshotel und feine Adresse. Es sieht edel aus, mit der reichen Dachgestaltung, den Giebeln und Erkern, Simsen und Zinnenkränzen.

Der Vierseithof am Rettershofer Bach, der in den Fischbach mündet, besteht aus dem historischen Teil des Hofgutes, dem Schlosshotel und dem Ausflugslokal Zum fröhlichen Landmann (gebaut 1938), hinzu kommt der südlich gelegene moderne Reitplatz mit Tierarzt und Pferdesolarium. Nicht nur Pferde fühlen sich in der Wald- und Wiesenlandschaft wohl, sondern auch alljährlich zahlreiche Gäste, Freunde des Kultursommers auf dem Rettershof und Wanderer.

Ein beeindruckendes Prunkstück ist der Torbau (1936) mit dem Haubendachreiter. Der Torbau ist mit einem breiten Wandbild geschmückt, darauf eine Darstellung des Klosters. Teile eines Kreuzwegs, Kruzifixe und alte Ofenplatten sowie Wappensteine sind ebenfalls zierende Gestaltungselemente.

Einst besaß der Rettershof auch das Brennrecht, welches nun wieder auflebt. Von den Streuobstwiesen kommen die Obstsorten, die im Winter destilliert werden. Spezialität des Hauses ist der Retterser-Geist als Apfel-, Mirabellen- und Birnenbrand. Hinter dem Rettershofer Leichtsinn beispielsweise verbirgt sich ein Apfel-Secco.

Rund um dem Rettershof gibt es sieben ausgeschilderte Wanderwege bis zu 13km Länge, die erfrischend natürliche Ausblicke bieten, auf Fischbach, Ruppertshain und Kelkheim, zwischen dem Staufen, Rossert (516m) und Atzelberg (507m). Die Streckenführung ist meist eben und man durchstreift Felder, Wiesen und Wälder und kann entlang des Bachlaufs hier und da sicher seine Füße kühlen, bevor man sich nach dem Rundgang köstlich bewirten lässt.