Radmühl

Ganz im Südwesten des Blauen Ecks hat sich ein Hauch Geschichte erhalten. Das kleine Örtchen Radmühl ist sprachlich noch ein geteilter Ort. Die Salz – ein 30km langer Nebenfluss der Kinzig mit Quelle südlich der Herchenhainer Höhe (733m) und Mündung in Bad Soden, durchfließt Radmühl und trennt den Ort in einen hessischen und einen preußischen Teil.

Der Teilung Radmühls geht natürlich eine Geschichte voraus. Bis 1806 gehörte Hessisch Radmühl zum Beritt der Freiherrn von Riedesel zu Eisenbach. Preußisch Radmühl stand unter der Obacht des Fürstentums Isenburg-Birstein. Danach kam Hessisch Radmühl zum Großherzogtum Hessen und Preußisch Radmühl 1816 ins Kürfürstentum Hessen, dass fünfzig Jahre später vom preußischen Königreich annektiert wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg gelangten beide Teile zum Land Hessen, verblieben aber noch bis 1972 verwaltungstechnisch getrennt in unterschiedlichen Landkreisen.

Wie der gemeinsame Ortsname sagt, muss Radmühl was mit Mühlen zu tun haben. Sieben Mühlen arbeiteten entlang der Salz, doch nur eine ist noch aktiv. Sehenswert sind hübsch verwachsene Obermühle, die Rotmühle nebst Gebäuden mit einem imposanten Mühlrad und die letzte aktive Mühle: die Wiesenmühle. Sie produziert heute Strom – allerdings nicht mehr mit einem Mühlrad, sondern einer modernen Turbine.

Regionaler Bezug:

Freiensteinau Vogelsbergkreis Hessen Blaues Eck Vogelsberg Oberhessen