Rachelshausen

Am Fuße des Daubhaus (552m) liegt am Südostzipfel der Bottenhorner Hochfläche das kleine Dorf Rachelshausen. Rachelshausen ist der am höchsten gelegene Stadtteil von Gladenbach, dem grünen Herzen des Lahn-Dill-Berglands.

Das Schmuckstück von Rachelshausen ist die 1626-27 erbaute barocke Fachwerkkapelle. Das zweigeschossige Kirchengebäude ist in Rähmbauweise errichtet worden. Dabei wird das Fachwerk geschossweise abgezimmert. Auf der Mitte des Kapellendaches sitzt ein achteckiger Dachreiter. Fachleute schätzen die Kapelle Rachelshausen wegen ihres Schmuckfachwerks: Andreaskreuze mit Viertelkreisbögen, Feuerbäcke und geschweifte Gegenstreben mit Schmucknasen.

Die Steinbrüche nahe Rachelhausen brachten dem Ort ab dem späten 19. Jahrhundert einen stattlichen Reichtum. Neben Roteisenstein, Kupfererz und Bleierzen wurde vor allem Diabas gefördert. Rachelshausen verfügte über das größte Diabasvorkommen in ganz Hessen. Der Grünstein wird auch gerne als Hinterländer Marmor bezeichnet, wird er im gesamten Lahn-Dill-Bergland doch vielfach als für schmuckvolle Steinbauten genutzt. Heutzutage sind die Rachelshausener Steinbrüche nicht mehr in Betrieb und als Naturdenkmale geschützt.

Nördlich von Rachelshausen erheben sich drei Gipfel der Bottenhorner Hochfläche: Daubhaus (552m), Allberg (528m) und Hünstein (504m). Auf diesen Hügeln wurden Reste von frühgeschichtlichen Ringwallanlagen aus der Zeit um 500 v.Chr. gefunden. Die Bodenfunde sind bislang aber noch nicht weiter erforscht.

Wer lieber über dem Boden forschen möchte, besteigt den dritten Hügel der kleinen Gipfelkette, die man hier auch die Allberge nennt. Auf dem Hünstein wurde bereits 1930 ein Aussichtsturm errichtet, der auch heute noch ein beliebtes Ziel von Wanderern ist.

Auch die neuen, mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichneten Prädikatswanderwege – der Lahn-Dill-Bergland-Pfad und Gladenbacher Berglandring – haben den Aussichtsturm auf dem Hünstein in ihre Streckenführung aufgenommen.