Rüdigheim (Neuberg)

Etwas über 5.000 Menschen leben in der Gemeinde Neuberg, die sich aus den Orten Rüdigheim und Ravolzhausen bildet. Nördlich von Rüdigheim fanden sich auf dem Judenberg (169m) Besiedelungsspuren aus der Zeit der Bandkeramiker und der Jungsteinzeit (um 2500 bis 1600 vor unserer Zeit). Nahe des Limesgrabens beim Pfingstwäldchen am Judenberg wurde eine Kochgrube aus der Hallstattzeit (800 bis 500 v.Chr.) entdeckt.

Rüdigheim wird erstmals urkundlich im Jahr 1000 in einem Zinsregister des Klosters Seligenstadt genannt. Drei Jahrhunderte später wird das Adelsgeschlecht der Herrn von Rüdigheim erwähnt, die hier auch eine Stammburg gehabt haben. Helfrich von Rüdigheim gründete 1257 eine Johanniterkommende, deren Kirche noch heute erhalten ist und heute zu den ältesten Kirchen im Main-Kinzig-Kreis zählt.

Die evangelische Kirche besteht aus Bauteilen, wie dem spätromanischen Südportal, die auf einen Vorgängerbau hindeuten, der wohl im 1100 entstanden ist. Der jetzige Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts fällt durch die schlichten Formen der Frühgotik auf. Die Dorfkirche ist einschiffig mit einem 5/8 Chorschluss. Die spitzbogigen Fenster lassen viel Licht in den Raum. Der Dachreiter in der jetzigen Ausgestaltung wurde 1834 aufgesetzt. Die frühgotischen Bemalungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder freigelegt.

Besonderer Hingucker ist die Farbgestaltung der evangelischen Kirche in Rüdigheim. Die Strebepfeiler sind farbig abgesetzt und das umlaufende Dachgesims mit den Johanniterkreuz-Wappen ebenfalls. Auch im Inneren werden die Farben aufgegriffen. In Rot und Gelb sind die Gewölberippen gestaltet. Rot und Schwarz bilden ein Wechselspiel beispielsweise bei den Fenstergewänden. Ein Maßwerkfenster wurde in Rot aufgemalt.