Petrisberg (Trier)

Bis etwa 1823 wurde der Petrisberg (265m) in Trier noch Martinsberg genannt. Der Petrisberg wird östlich vom Avelertal und westlich vom Olewiger Tal eingefasst. Von seinen Höhen bieten sich schöne Aussichten auf die rund 100m tiefer liegende Innenstadt von Trier.

Auf dem Petrisberg errichteten die Römer schon 30 v. Chr. für einige Monate ein Militärlager, bevor sie 17 v. Chr. die Stadt Augusta Treverorum – das heutige Trier – gründeten. Im Mittelalter wurde das Gelände meist als Viehweide benutzt. Das untermalen Flurbezeichnungen wie Geißberg oder Lämmerwiese. An einigen Hängen wurde Weinbau betrieben.

Am Kürzener Hang ist ein Kreuzweg mit abschließend der Kapelle „Zum Kreuzchen“, die 1844 gebaut und drei Jahre später geweiht wurde. Im Jahr 1936 entstand auf dem Petrisberg eine militärische Anlage. Die Kemmelkaserne wurde 1938 fertig. Dort war im Zweiten Weltkrieg auch ein Kriegsgefangenenlager, das Stammlager STALAG XIID. Berühmter Gefangener war der französische Philosoph und Dramatiker Jean-Paul Sartre (1905-1980), der hier 1940-41 einsaß.

Die Kemmelkaserne wurde nach dem Krieg zum Quartier Belvedère und von den Franzosen genutzt sowie um das Militärhospital André Genet erweitert. In dem ist heute der Campus II der Uni Trier, der auch Geocampus genannt wird.

Am Petrisberg entstand auch Wohnraum und einen wesentlichen Impuls dazu lieferte die Landesgartenschau 2004. Man nutzte das militärische Gelände um und machte eine blühende Landschaft draus. Dabei wurden einige Nebengebäude der einstigen Kaserne erhalten, die sogenannten Kronengebäude, die die östliche Petrisbergkrone markierten.

Sie wurden umgebaut und beherbergen den Wissenschaftspark Petrisberg, abgekürzt WIP. Der WIP ist neue Wirkungsstätte für rund 180 dort ansässige Unternehmen, die rund 1.200 Menschen beschäftigen. Die Hauptgeschäftsfelder sind Gesundheitswirtschaft, Forschung, Wissenschaft, Medien und IT.

Zwischen Uni und Wohnbereich bildet ein Wasserband eine Grenze. An diesem liegen einige interessante Flachdachbauten. Das Wasserband an sich dient nicht der anregenden Wohnoptik, sondern in erster Linie dazu, Regenwasser zurückzuhalten. Das Wohnkonzept umfasst Einfamilienreihenhäuser einerseits und sogenannte Mediaboxen andererseits. Letzteres sind kombinierte Lebenseinheiten aus unten arbeiten und oben wohnen. Das Petrisberg-Konzept aus Wissenschaft, Arbeiten, Leben sucht in der Region seinesgleichen!

Zudem finden sich natürlich schmucke Überbleibsel der Landesgartenschau vor Ort, wie die Gärten der Partnerstädte, die sich symbolisch mit entsprechenden Pflanzen und Gesteinen präsentieren. Auch aus der Zeit ist ein Skatepark, Beach-Volleyballplätze und ein Wasserspielplatz sowie mit dem Lotto-Forum eine kleine überdachte Freilichtbühne, die in den Sommermonaten Aufführungen bietet.

Der Wasserturm auf dem Petrisberg aus dem Jahr 1958 in der Architektur seiner Zeit erinnert an eben diese Zeit, als man von der bemannten Raumfahrt träumte. Der 39m hohe Turm versorgte die Kasernen und die Stadtteile Neu-Kürenz und Tarforst bis 1988. Seit 1998 zählt er zu den Wahrzeichen von Tier, wird angeleuchtet und kann über 144 Stufen erklommen werden. Auf dem Petrisberg gibt es auch noch einen Fernmeldeturm mit 132m.

Ebenfalls auf dem Petrisberg wurde zur Landesgartenschau von der Stadt Luxemburg ein Geschenk überreicht: Der Turm Luxemburg, auch bekannt als der Turm der Träume und Sehnsüchte. Die begehbare Skulptur aus Stahl ist ein Weg nach oben, der sich in der Richtung ständig ändert und zum Träumen anregen soll. Auf der obersten Plattform blickt der Besucher von einem seitlich geschlossenen, überdachten Raum Richtung Luxemburg Stadt.

Altes, Postmodernes und ganz Neues gibt sich auf dem Petrisberg die Hand. Das Alte ist der römische Großgrabhügel mit Kalksteinringmauer aus dem 2. oder 3. Jahrhunderts auf dem sogenannten Franzesknüppchen. Bei einem Durchmesser von 51m hat sich der Hügel bis zu 5m in der Höhe erhalten. Um seinen Ursprung und seinen Zweck ranken sich gleich mehrere Geschichten. Vom Franzesknüppchen aus soll Franz von Sickingen 1522 Trier beschossen haben, daher der Name.

Regionaler Bezug:

Trier Rheinland-Pfalz Trierer Talweite Mosel-Saar-Ruwer Saar-Hunsrück
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