Oeneking

Im hiesigen Platt heißt er Ünnekingen, der Lüdenscheider Ortsteil Oeneking. Am südwestlichen Rand des Kernstadtgebiets ist er zu finden. Die Ortschaft, die ursprünglich wohl aus nur einem Hof bestand, gehörte schon früh offiziell zur Stadt Lüdenscheid.

Bereits für das 13. Jahrhundert ist belegt, dass in Oeneking das Butenbürgerrecht galt. Dieses Recht stellte die Bewohner des Hofes, der sich im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte langsam zum Weiler entwickelte, den Stadtbürgern gleich. Daher wurde Oeneking nie im eigentlichen Sinne eingemeindet, denn das Dorf war ja immer schon Teil der Stadt gewesen. Mit dem Wachstum des Stadtkerns von Lüdenscheid im 20. Jahrhundert weit über die mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus wurde aus dem einst abseits gelegenen Dorf ein tatsächlicher Stadtteil. Doch im Kern kann man immer noch historische Bausubstanz bewundern.

Ein Leckerbissen für Architekturliebhaber ist vor allem der alte Hof Da Achtern. Aus Bruchsteinen gemauert, weiß verputzt und mit einem steilen Satteldach versehen, ist er ein typischer Vertreter der hiesigen Steinbauten. Was man von außen gar nicht sieht: Bis zu einen Meter stark sind die massiv gemauerten Wände. Schon für 1650 ist Da Achtern als Hof hier in Oeneking belegt.

Das heutige Gebäude, das das Haupthaus der Hofanlage darstellt, entstand vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich als Bauernhaus genutzt, wurde es später zum Reidemeisterhaus – einem Metallbetrieb – und ist heute ein reines Wohngebäude. Im märkischen Sauerland sind nicht viele dieser alten Bauernhäuser in ihrem Originalzustand erhalten. Obwohl im Laufe der Zeit der Hof Da Achtern teilweise verändert wurde und die Bausubstanz damit nicht mehr vollständig historisch ist, ist das Gebäude eine echte Rarität.

Wendet man sich von Oeneking aus Richtung Stadtmitte, passiert man dabei den Stadtteil Ramsberg, benannt nach dem gleichnamigen Bergsporn. Wie Oeneking auch gehört Ramsberg seit jeher zur Stadt. Sehenswert ist hier der jüdische Friedhof. Als er 1887 eröffnet wurde, befand er sich noch außerhalb des Kernstadtgebiets. Ursprünglich befand sich auch in der Stadtmitte an der Knapper Straße ein jüdischer Friedhof. Einige Grabmale wurden 1955 auf den Ramsberger Friedhof überführt. Seit 1958 ist er geschlossen und wird nicht mehr aktiv genutzt. Vom benachbarten Fußweg aus kann man das Gelände mit der zentralen Allee jedoch gut einsehen.

Regionaler Bezug:

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