Ochsenwang: Schopflocher Moor und Tobeltal mit Mittagsfels


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 44 Min.
Höhenmeter ca. ↑655m  ↓655m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese Tour führt ins Naturschutzgebiet Tobeltal mit Mittagsfels und Wielandstein. Zuvor wartet aber das höchst interessante Naturschutzgebiet Schopflocher Moor mit Torfgrube südlich von Ochsenwang auf Erkundung.

„Frühling lässt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte …“, kaum einer kennt die Zeilen nicht. Sie stammen von Eduard Mörike (184-1875), der 1882/83 in Ochsenwang eine Pfarramtsstelle vertrat und die Novelle „Maler Nolten“, aus der die Gedichtzeile stammt, schrieb. Mit dem blauen Band könnte der Tobelbach, der in die Lauter mündet, gemeint sein.

Start ist südlich in Ochsenwang an der Bissinger Straße. Wir gehen gen Süden durch abwechslungsreiche Landschaftsbilder ins Schopflocher Moor, das das einzig größere Hochmoor der Schwäbischen Alb ist (76,5ha). Basalttuff aus einem Schlot des Schwäbischen Vulkans verwitterte. Auf einer Tonschicht bildete sich dann ein heute verlandeter Maarsee. Gegen Ende des 18. Jh. begann man mit dem Torfabbau. 1942 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Durch das Torfmoor verläuft ein informativer Rundweg mit einem Tümpel, Streuwiesen, dem Moorwäldchen und am Ende dem Biergarten Otto-Hoffmeister-Haus, zu dem wir einen Abstecher machen könnten.

Weiter geht es entlang der NSG-Grenze und einer Fläche mit Magerrasen sowie dem Kreuzstein. Acker, Feld, Wiesen und Wald geleiten uns gen Süden weiter zum Naturschutzgebiet in der Gemeinde Lenningen, Tobeltal mit Mittagsfels und Wielandstein (151,4ha), dessen tief eingeschnittenes Kerbtal an den Randhöhen der Mittleren Kuppelalb wegen seiner besonderen ökologischen Vielfalt geschützt ist: Waldgesellschaften, Bachlauf, Ufervegetation, Felsspalten, offene Wiesen, Obstbäume und Hecken sind für allerlei Getier ein idealer Wohnort.

Am Beginn unseres Besuchs dort liegt die Aussicht Hohgreutfels und wir kommen zur Ruine Wielandstein, eine Höhenburggruppe aus einst fünf Wielandstein-Burgen, mit deren Bau um 1150 begonnen wurde. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage als Steinbruch ausgeschlachtet und man sieht heute Mauerreste.

Oberlenningen liegt westlich von uns im Tal und wir tangieren dessen Ortsrand, wobei wir dem Tobelbach begegnen. Wir gelangen wieder aufwärts zum Mittagsfelsen und genießen auf dem nun folgenden Stück weitere herrliche Aussichten, unter anderem bei den Tobelfelsen. Unsere Wanderung führt aus dem NSG heraus, durch abwechslungsreiche Landschaft, am kleinen Engelhof vorbei und zum Sattelbogen (615m), wo sich einige Wege kreuzen. Wir wählen den, der uns in die Nähe der Ruinen der Diepolzburgen bringt. Es sind derer zwei. Die jüngere, Burg Raub, erreichen wir mit einem kleinen Abstecher. Die ältere ist die Obere Diepolzburg (um 1210), die allerdings an einem parallel verlaufenden Weg liegt. Von beiden Burgen ist nicht mehr viel erhalten.

Nahe des Örtchens Diepolzburg liegt die Rauberweidhöhle und von dort bis nach Ochsenwang sind es nur noch rund 1,3km. Jetzt könnten wir im Ort dem Mörikehaus einen Besuch abstatten, das gleich gegenüber der kleinen evangelischen Kirche zu finden ist.

Bildnachweis von: Von Joaohoylercorreia - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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