Oberharzer Wasserwirtschaft: Rundtour mit 12 Teichen und dem Innerstesprung


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 8 Min.
Höhenmeter ca. ↑276m  ↓276m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt durch ein UNESCO Weltkulturerbe zu wandern und das in einer moderaten Zeit und ohne Reise zur Chinesischen Mauer, dem sei diese Runde durch einen Teil des Oberharzer Wasserregals, zwischen Clausthal-Zellerfeld und Buntenbock, ans Herz gelegt.

Die Mauer in China (7. Jahrhundert v. Chr.) leitet(e) Menschenströme, je nach deren Gesinnung, das Oberharzer Wasserregal (rund 800 Jahre alt) leitet die Wässer dorthin, wo man sie für den Bergbau haben wollte und wo man sie heute weiterhin nutzt, zur Wasserregulation, teils zur Trinkwassergewinnung und immer wohl auch zur Naherholung. Von den 107 historischen Teichen sehen wir heute ein Dutzend. Die Zisterziensermönche hatten sich das ausgedacht und angelegt, um für den Bergbau in der Region die Wasserkraft zu nutzen. In den Harzgruben wurde Silber, Kupfer, Blei und Eisen abgebaut.

Vom Parkplatz Hasenbacher Teich an der B 241 starten wir und kommen alsbald über die Staumauer des Hasenbacher Teichs. Durch die Wiesen wandern wir nach Buntenbock und nehmen die nächste Staumauer, die vom Sumpfteich. Wir kommen auf den Ziegenbergwerg. Linkerhand ist der Ziegenberger Teich, gefolgt vom Bärenbrucher Teich, wir sind auf dem Bärenbruchweg.

Mit Waldbegleitung gehen wir zum Nassenwieser Teich, wo die Innerste aufgestaut ist, via Kehrzug umrunden wir den Entensumpf, mit der Quelle der Innerste, genannt Innerstesprung. Rund 100km Lauf hat sie vor sich, bis sie in die Leine mündet.

Wir queren die Harzhochstraße (B 242) und lernen den Hirschlerteich kennen. Er ist der größte und am höchsten gelegene vor Ort und von daher der für seine Aufgabe bedeutendste Bergbauteich. Damit nicht genug des engen Teichreigens: Oberer-, Mittlerer- und Unterer Pfauenteich sind die nächsten und hier ist der Elisabether Graben.

Ein weiteres Stück Wasserwirtschaftsgeschichte ist der Königin-Marien-Schacht, benannt nach der Gattin des Hannoverschen Königs Georg V. (1819-1878), dem letzten König von Hannover. Der Marienschacht diente dem Blei- und Zinkbergbau als Förderschacht, von 1856 bis 1930und förderte per wassergetriebenem Kehrrad.

Wir wandern „Am Marienschacht“, dann über die Harzhochstraße, über den Mühlenberg (601), mit dem Naturhof Mühlenberg. Weiter geht’s: Wald und Wiese, Stock und Hut und linkerhand der Pixhaier Teich, mit Slipanlage, Badeerlaubnis und Camping, rechterhand der Schwarzenbacher Teich und eh voilà – der eigene See des Wissens ums Weltkurturerbe ist frisch gespeist!

Bildnachweis: Von Hejkal [CC BY-SA 2.0 de] via Wikimedia Commons

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