Oberes Niddertal

Die Nidder ist ein 69km langer Zufluss der Nidda und entspringt wie diese im Hohen Vogelsberg, genauer an der Herchenhainer Höhe (733m) in der Gemarkung von Grebenhain. Im Oberlauf passiert die Nidder einige Stadtteile von Schotten, bevor sie das Stadtgebiet von Gedern erreicht.

Sichenhausen ist der erste Ort, den die Nidder erreicht. Hier gibt es in der Nickelsmühle aus dem 17. Jahrhundert ein Spielzeugmuseum und in dem kann man nicht nur staunen, sondern mit dem historischen Spielzeug auch das tun, wofür es gebaut wurde, nämlich spielen. Allerdings muss man sich in dem privat betriebenen Spielzeugmuseum Nickelsmühle vorher anmelden.

Südöstlich von Sichenhausen erhebt sich der Ernstberg (626m). Er ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen, da man von seiner Kuppe einen sehr guten Blick ins Umland hat. Bei klarer Sicht erkennt man die Skyline von Frankfurt am Main und die Gipfel des Taunus.

Folgt man der Nidder flussabwärts, kommt man über Kaulstoß nach Burkhards. In der Ortsmitte von Burkhards steht die 1757 erbaute kleine Dorfkirche, in der sich die sehenswerte Barockkanzel aus einem Vorgängerbau befindet.

Flussabwärts schließen sich die Talauen von Nidder und Hillersbach an, die seit 1982 über 247ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Dem Wanderer eröffnet sich ein Mosaik naturbelassener Bachläufe mit uferbegleitenden Gehölzsäumen und Hochstaudenfluren, artenreiche Frisch-, Feucht- und Mähweiden sowie angrenzende Waldungen mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Am oberen (nördlichen) Ende des Schutzgebiets liegt die Stumpe Kirch, wie der Volksmund die Reste der Marcellinuskapelle bei Burkhards nennt. Die gotische Saalkirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf einem Rastplatz des Leichenzuges des Bonifatius von Mainz zu seiner Wunschruhestätte Fulda errichtet. Im Zuge der Reformation verfiel die Kapelle. Die Reste der Marcellinuskapelle wurden 1931 wiederentdeckt und ausgegraben. Teile der Mauern wurden wieder hergerichtet, später kamen ein Altar und ein Kreuz hinzu. Die Stumpe Kirch befindet sich direkt an der Bonifatius-Route, einem Pilgerweg, der Mainz mit Fulda verbindet.