Nittel

Nittel liegt direkt an der Mosel, die hier die natürliche Grenze zu Luxemburg bildet. Mit einer Rebfläche von rund 290ha ist Nittel eine der großen Weinbaugemeinden an der Mosel und angebaut wird hier nicht Riesling, sondern mehrheitlich Elbling, eine der ältesten Rebsorten Deutschlands.

Inmitten der Elbling-Reben und oberhalb von Nittel steht die St. Rochus Kapelle (Nitteler Kapelle), die Wallfahrer anzieht und Wanderer, die von hier oben einen herrlichen Ausblick auf das Moseltal, den Luxemburger Ort Machtum und auf die Dolomitfelsen haben. Mit dem Nachbarn Machtum feiert Nittel gemeinsam ein grenzüberschreitendes Weinfest mit Schiffspendelverkehr. Am dritten Augustwochenende beginnt jeweils die St. Rochus Weinkirmes mit dem deutsch-luxemburgischen Wein-Happening.

Das Naturschutzgebiet Nitteler Fels liegt nördlich von Nittel. Hohe Dolomit- und Kalkfelsen bilden ein eindrucksvolles Panorama und bieten Lebensraum für gefährdete Tiere und Pflanzen. Zahlreiche im Mittelmeerraum beheimatete Pflanzenarten wie Orchideen, Felsbirne, Pfaffenhütchen, Schneeball und Buchsbaum wachsen hier. Dazu gehören auch Orchideenarten, die auf Trockenrasen oberhalb der Felsen blühen.

Die katholische Pfarrkirche St. Martin, mit historischen Wurzeln im Jahr 1030, ist ein barocker Saalbau aus dem Jahr 1761 mit Erweiterungen von 1934. Mit unter Denkmalschutz steht auch das benachbarte Pfarrhaus aus der gleichen Epoche.

Die Filialkirche St. Martin steht in Rehlingen. Der kleine barocke Saal stammt aus dem Jahr 1700. Die Siedlungsgeschichte in Nittel lässt sich bin in die Steinzeit verfolgen. Es fand sich auch ein Ziegelofen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert, der erste Industriespuren hierher, an die Mündung des Rehlinger Baches in die Mosel, gelegt hat. Zwischen Nittel Ortskern und Rehlingen liegt das kleine beschauliche Winzer- und Bauerndorf Köllig, das erstmalig 1030 erwähnt wurde.

Durch Nittel führt der Skulpturenweg Steine am Fluss. Die Skulpturen wurden entlang der Obermosel aufgestellt. In Nitteler Beritt finden sich die Objekte „Knie mit Gelenk“, das die Flussbiegung aufgreift, „Zeichen“ und „Wegmarke“ – beide Steinskulpturen aus hellem Granit aus Sardinien, säumen etwas streng das Moselufer.

Wer Nittel besucht, kann sich auf einen Weinlehrpfad begeben oder auf den Nitteler Felsenpfad, der etwa 15km misst und mit Kalkgestein der Dolomiten, dem satten Grün der Weinberge und der Mosel zu begeistern weiß. Die Runde bietet schöne Aussichten bis nach Luxemburg. Orchideen kann man entdecken, interessante Kalksteinfelswände, Wald, man kommt nach Köllig und Rehlingen und geht wieder retour nach Nittel.

Der Nitteler Felsenpfad umgeht die Gefilden des kleinen Nachbarorts Onsdorf, der quasi von Nittelgebiet umarmt wird. In dem Dörfchen leben rund 140 Seelen und die können, wenn sie wollen, die katholische Filialkirche St. Hubertus mit römischem Altar besuchen. Der kleine Saalbau mit gotischem Chor wurde 1929 gebaut. Oberhalb der Ortslage in östlicher Richtung stapften einst die Römer von Trier nach Metz. Zwischen Nittel und Onsdorf liegt der Aussichtspunkt Höcht mit 390m ü. NN.

IVW