Niederpleis

Am Nordostrand von Niederpleis mündet der Pleisbach als letzter linker Zufluss in die Sieg. Das namensgebende Gewässer für das Pleiser Ländchen trieb früher die Niederpleiser Mühle an, die 1396 erstmals erwähnt wurde und heute die einzige noch erhaltene Mühlenanlage im Stadtgebiet von St. Augustin ist.

Früher gehörte die Niederpleiser Mühle zum Niederpleiser Rittergut und kam 1814 in preußischen Staatsbesitz. Bis zum Jahr 1800 bestand die Niederpleiser Mühle nur aus einem Gebäude. Danach wurde sie um mehrere Wohn- und Stallgebäude ergänzt. Bis 1948 wurde in der Niederpleiser Mühle noch Getreide gemahlen. Heute werden die denkmalgeschützten Mühlengebäude von Gewerbebetrieben, Gastronomie und dem Standesamt St. Augustin genutzt.

Noch älter als die Mühle ist die katholische Pfarrkirche St. Martinus. Der untere Teil des Kirchturms stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und ist damit das älteste Gebäude der Stadt St. Augustin. Das Langhaus wurde 1822-24 neu gebaut. Von 1906-08 wurde die St. Martinus Kirche durch ein Querschiff und den Chor vergrößert.

Im Inneren der St. Martinus Kirche befindet sich ein Taufbecken für Erwachsene aus dem 12. Jahrhundert, eine geschnitzte Pieta aus dem 14. Jahrhundert und ein Vesperbild aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche, der benachbarte Friedhof und die 61 barocken (aus der Zeit von 1570-1750) Grabkreuze stehen unter Denkmalschutz.

Die St. Martinus Kirche wurde als Eigenkirche der Ritter von Niederpleis errichtet und 1268 zur Pfarrkirche ernannt. Über die Ritter von Niederpleis gibt es keine wesentlichen Informationen außer der Tatsache, dass die Burg Niederpleis Anfang des 19. Jahrhunderts noch bestand, dann 1872 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Burg Niederpleis ist heute ein landwirtschaftlicher Betrieb mit angeschlossener Gastronomie.