Niederdielfen

Niederdielfen liegt im Weißtal, direkt an der Mündung der gut 4km langen Dielfe in die Weiß. 1330 wurde Dielfen zum ersten Mal urkundlich erwähnt, damals noch als ein einzelner Ort. Erst später entwickelten sich die beiden Ortsteile Niederdielfen und Oberdielfen. Niederdielfen ist heute etwa doppelt so groß wie Oberdielfen.

Am idyllischen Mühlenweiher in Niederdielfen befindet sich die Wassermühle, die vom Filsbach angetrieben wird. Die 1742 errichtete Niederdielfener Wassermühle war bis 1952 in Betrieb und ist ein schönes Beispiel für die Mühlentechnik zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Das Mahlwerk ist bis heute voll funktionsfähig, wenn es auch nicht mehr regulär in Betrieb ist. In den 1990er Jahren wurde die Technik der Mühle komplett restauriert.

Wer sich von Niederdielfen aus in westlicher Richtung auf den Grimberg (402m) hinauf begibt, kann den historischen Förderturm am Grimberg besichtigen. Bis 1910 war hier eine Grube in Betrieb, die Spateisenstein sowie Blei- und Kupfererz förderte. Nachdem die Grube 1910 stillgelegt wurde, riss man den ursprünglichen Förderturm ab. Der heute sichtbare Förderturm auf dem Grimberg stammt ursprünglich vom Julienschacht in Bergisch Gladbach.

Als dieser Turm nämlich verkauft werden sollte, reagierten die Gemeinde und der Förderverein rasch. Er hat die typische Form, wie sie die Fördertürme des Siegerlands ebenfalls zeigten. Als Ausstellungsstück auf dem Gelände der Grube Grimberg war er also ideal geeignet. Der Turm wurde also kurzerhand gekauft, abgebaut und 1995 in Niederdielfen wieder errichtet.

Nur wenige Schritte vom Förderturm entfernt, befindet sich das Klarissenkloster auf der Eremitage, der einzigen Klostergründung in Siegerland-Wittgenstein nach der Reformation. Kernstück der Anlage ist die 1684 erbaute Gnadenkapelle. Im Kapellenraum befindet sich das Grab des 1703 verstorbenen letzten katholischen Erbprinzen Franz-Josef, dem Sohn des Fürsten von Oranien Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen. Die an die Kapelle angebaute Eremitenklause gehört zu den ältesten Fachwerkhäusern im Siegerland und steht wie die gesamte Eremitage unter Denkmalschutz.

Die Wallfahrtsstätte Eremitage besteht seit über drei Jahrhunderten, und bis heute finden Wallfahrten zur dortigen Marienkapelle statt. Zum Ensemble, in dem sich heute unter anderem eine Tagespflege-Einrichtung befindet, gehören auch ein Heiligenhäuschen, ein Waldaltar und der so genannte Siegener Kreuzweg, der 1933 von dem Münsteraner Künstler Hermann Kissenkötter gestaltet wurde und aus den 14 traditionellen Kreuzwegstationen besteht.

Wendet man sich von Niederdielfen aus nach Süden, erreicht man rasch Oberdielfen, wo die ehemalige Kapellenschule ein Schmuckstück im Dorfbild ist. 1821 errichtet, diente sie über 100 Jahre lang als Schulgebäude. Heute beherbergt sie eine kleine Ausstellung zum schulischen Alltag im 19. Jahrhundert.