Monzingen

Monzingen – das ist über 1.200 Jahre Weinbaugeschichte an der Nahe. Schon die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 778 dreht sich um Wein: Das Kloster Lorsch erhielt einen Weinberg bei Monzingen geschenkt. 1355 erhielt der Weinbauort Stadtrechte und rüstete sich mit einer Stadtmauer ein. Die Stadtmauer ist zu weiten Teilen Geschichte, der historische Kern mit seinen engen Gassen und alten Gemäuern aber ist noch weitgehend erhalten.

Im Zentrum von Monzingen steht die evangelische Pfarrkirche St. Martin. Die Geschichte der dreischiffigen Basilika mit dem noch teilweise romanischen Seitenschiff beginnt im 10. Jahrhundert, als der Mainzer Erzbischof Willigis eine Kapelle errichten ließ. Diese Kapelle wurde vom 13. bis 15. Jahrhundert gotisch umgebaut und erweitert. Der Nordturm stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Die evangelische Kirche in Monzingen gilt als eines der wichtigsten Baudenkmäler entlang der Nahe.

In der Nachbarschaft der evangelischen Kirche steht eines der schönsten Fachwerkhäuser an der Nahe, das sogenannte Alt’sche Haus. Das Alt’sche Haus gilt als Wahrzeichen von Monzingen und ist ein wundervoll ausgeführtes geziertes dreigeschossiges Fachwerkhaus mit einem Eckerker, gestützt durch schmucke Bürgen und einem barockisierenden geschweiften Giebel, der verschiefert wurde. Das Untergeschoss ist massiv und der Fachwerkaufbau ist vorkragend. Schnitzereien und Bemalungen machen aus dem Alt’schen Haus einen Hingucker. Erbaut wurde das Altsche Haus 1589 durch den damaligen Bürgermeister.

In der Hauptstraße sind weitere Fachwerkhäuser aus der Zeit ab dem 16. Jahrhundert zu bewundern. Haus Pathenheimer (Hauptstraße 63) ist ein teilweise massives barockes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1680 mit einem kleinen Erker über der Haustür. Eine Hausnummer weiter (64) steht das Haus Müller als auffälliges Renaissance-Fachwerkgebäude mit gleich zwei Eckerkertürmchen und schmucken Hauben mit Spitzen vor dem geschweiften Giebel.

Bei einem Rundgang durch Monzingen fällt als nächstes der Sandsteinquaderbau des spätklassizistisch geprägten Rathauses auf. Es wurde 1864 fertiggestellt und hat Zinnen auf dem Turm mit der Uhr. Noch ein Stückchen weiter die Hauptstraße entlang steht das verputzte Haus Weber. Es entstammt der Zeit der Renaissance und hat auch zwei Erker, einer über der Tür und einer über Eck sowie einen Treppenturm. Gebaut wurde es 1574. Das klassizistische Türblatt stammt aus dem Jahr 1835.