Marienkirche (Büdingen)

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Westlich des Büdinger Schlosses, im Zentrum der Altstadt von Büdingen liegt die Marienkirche. Die Stadtkirche entstand aus der Liebfrauenkapelle. Die hölzerne Kapelle wurde unter der Regierung von Heinrich von Ysenburg (1340-78) als Nachfolgerin der Remigiuskirche gebaut, die außerhalb der Stadtmauern liegt.

Im Jahre 1377 wurde die hölzerne Liebfrauenkapelle zur dreischiffigen Basilika erweitert. Im Untergeschoss des Turms blieb die Eingangshalle erhalten. Die spätgotische Hallenkirche entstand hauptsächlich im 15. Jahrhundert, wo sie zur Residenzkirche umgebaut wurde. Im Inneren wird die Marienkirche durch den Chor und dessen Fenster vom Licht durchflutet.

Mit der Reformation und unter dem kalvinistischen Grafen Wolfgang Ernst wurden viele Teile der einst reichen Ausstattung und Altäre entfernt. In der Folge diente der Chor als Grablege. Zeugen dieser Zeit sind in Stein gemeißelt, wie das Epitaph für Graf Anton und Gattin Elisabeth.

Beeindruckend ist nach wie vor die Kirchendecke mit den Gewölberippen, in dessen Kreuzungspunkten reiches Bildwerk zu sehen ist. Darunter Wappen und ein musizierender Engelchor um Maria.

Ein faszinierendes Fresko befindet sich über dem Triumphbogen, darauf Christus als Weltenrichter mit segnenden und abwehrend erhobenen Händen. Im 18. Jahrhundert fand eine Umgestaltung des Turms statt, dabei erhielt er die barocke Haube.

Außen, an der Südseite des Chores, fallen sogenannte Schabemarken an den Strebpfeilern auf. Die ausgebuchteten Kerben sind vermutlich im 16. Jahrhundert entstanden durch die weisen Frauen. Die damaligen Heilkundigen haben den Steinstaub der heiligen Stätte heraus gerieben. Den Staub trug man bei sich um sich vor bösen Geistern zu schützen oder mischte ihn Arzneien bei.