Marburg-Michelbach

Südwestlich vom Wehrholz (338m) auf dem Marburger Rücken liegt der Marburger Stadtteil Michelbach. Bereits Anfang der 9. Jahrhunderts wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Als ehemaliges Haufendorf mit typischen Dreiseithöfen ist es geprägt durch jahrhundertelange land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Größte Sehenswürdigkeit von Michelbach ist die Martinskirche. Die romanische Saalbaukirche wurde um das Jahr 1200 herum erbaut, vermutlich auf einem ehemaligen Heiligtum der Kelten. Damit ist die Martinskirche der älteste Sakralbau im heutigen Stadtgebiet von Marburg. Über dem Chor erhebt sich der quadratische Turm, dessen Spitze von einem goldenen Wetterhahn geziert wird. Im Obergeschoss des Kirchturms befinden sich über Schlitzfenstern die typischen romanischen Zwillingsfenster. Auf ihre Mittelsäulen sind Kelchblockkapitelle gesetzt.

Für Pflanzenliebhaber sei die Hessenwiese empfohlen. Hier sind 1997 siebzig seltene heimische Obstbaumsorten – Apfel, Kirsche und Birne – in einem Muster angepflanzt, das an die Umrisse des Bundeslands Hessen angelehnt ist. Jeder Baum steht an einem für ihn typisch Standort. Auf diese Weise werden die teilweise sehr seltenen Lokal- und Regionalsorten vor dem Aussterben bewahrt.