Münchener Altstadt- und Museen-Runde


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 22 Min.
Höhenmeter ca. ↑104m  ↓104m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wenn man von dieser Runde den Lieben daheim lückenlos berichten will, sollte man wie ein Selfie-Tourist unterwegs sein – oder man hat den Mut zur Lücke und berichtet lediglich von den Dingen, die man mit den eigenen Sinnen erlebt hat.

An dieser Runde liegen: der Turm Sankt Peter hinter uns mit der Kirche St. Peter, die Frauenkirche vor uns, an der wir zum Schluss näher vorbeikommen werden, Stachus, Alter Botanischer Garten, Königsplatz mit Benediktinerabtei, Karolinenplatz, Universität, Pinakothek, Salinenhof, Ludwigskirche, Hofgarten, Graphische Sammlung, Ägyptische Kunst, NS-Dokumentation, Antikes …

Auf los geht’s hoch: Wir beginnen mit einer Turmbesteigung vom Alten Peter und genießen einen der schönsten Ausblicke auf München, bei Föhn bis auf die Alpen. 91m misst der Turm, die Aussichtsplattform ist auf 56m auf dem Petersbergl, einzig nennenswerte Erhebung der Münchner Altstadt. St. Peter ist die älteste Pfarrkirche in München (13. Jahrhundert). Südlich erstreckt sich übrigens der Viktualienmarkt, der außer sonn- und feiertags Waren anbietet.

Start der musealen Runde ist am Bahnhof München Marienplatz. Am Marienplatz steht auch das Alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert im Stil der Spätgotik, rundbogigen Durchgängen, Stufengiebel und mit einem repräsentativen gotischen Festsaal. Wir machen erstmal einen Bogen um die berühmte Frauenkirche und gehen durch die Kaufinger Straße mit zahlreichen Läden in Gebäuden aus der Zeit um 1900, Neorenaissance und Jugendstil begegnen uns.

An der Neuhauser Straße liegt St. Michael mit Elementen von Renaissance und Barock (1597). Die turmlose einstige Jesuitenkirche fällt erstmal gar nicht als solche auf, ähnelt eher einem Rathaus. Dann kommen wir zur Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal (1710) zu München, den man seit Weihung des Hochaltars (1778) dort auch Bürgersaalkirche nennt. Der barocke Bau im Kreuzviertel ist herrlich ausgestaltet und mit Malereien versehen.

Stachus, eigentlich Karlsplatz, ist ein Dreh- und Angelpunkt im Stadtzentrum. Die Rondellbauten herum entstanden um 1800. Das zinnengekrönte Karlstor wurde bereits 1302 erstmals erwähnt. Der Name Stachus, soll einer Theorie nach auf den Wirt Eustachius Föderl zurückgehen, der hier einen Biergarten hatte. Wir gehen derweil am sehr beeindruckenden Justizpalast (Maxvorstadt) im Neobarock vorbei. Spatenstich war 1891. Dann schlendern wir am Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten vorbei, nebst Kunstpavillon und Café.

Ziel ist der Königsplatz mit der Benediktinerabtei und Basilika St. Bonifaz und der Staatlichen Antikensammlung. Das Benediktinerkloster wurde 1835 gegründet. Die Abteikirche zeigt sich im Stil der Antike mit Säulen. Griechische, etruskische und römische Kunst finden sich im „Tempel“ am Königsplatz in der Antikensammlung (Glyptothek).

Nächstes Museum ist das NS-Dokumentationszentrum München an der Brienner Straße. Es wurde 2015 als Lern- und Gedenkort an diese Zeit errichtet. Es steht neben dem einstigen „Führerbau“, wo heute die Hochschule für Musik und Theater dabei ist, die belasteten Räumlichkeiten mit neuem Geist zu bespielen. Wir kommen zum Karolinenplatz, der um 1810 entstanden ist. Der Obelisk kam 1833 dazu, ein Ehrenmal für die gefallenen Soldaten beim Napoleonischen Russlandfeldzug.

Links der Barer Straße nahe dem Bernd-Eichinger-Platz ist das Staatliche Museum für Ägyptische Kunst und dann kommt die Pinakothek. Die Alte Pinakothek (1836 eröffnet) und Neue Pinakothek bilden sowas wie ein eigenes Viertel. Man sollte sich vorher überlegen, was man ansehen will: Alte Pinakothek (alte Meister bis Mitte 18. Jahrhundert), Neue Pinakothek (19.-20. Jahrhundert), Pinakothek der Moderne, Sammlung Schack, Museum Brandhorst oder die Staatsgalerien.

Dann kommen wir über den Geschwister-Scholl-Platz zum Park Salinenhof. Rundherum sind Einrichtungen der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU). Die Uni München wurde im 15. Jahrhundert in Ingolstadt gegründet. Um mal eine Größenordnung zu haben: über 50.000 Studierende (zweitgrößte Uni in Deutschland) verteilen sich auf 20 Fakultäten und 150 Studiengänge.

Die Pfarr- und Universitätskirche St. Ludwig (1844) erhebt sich monumental im Rundbogenstil, mit zwei Türmen. Man sollte sich den Innenraum ansehen, mit dem blauen Himmel und dem riesigen Altarfresko. Benachbart ist die Bayerische Staatsbibliothek.

Ein weiteres „must see“ in München ist nahe dem Odeonsplatz der Hofgarten im Stil des Barock aus dem 17. Jahrhundert mit dem Dianatempel, obenauf mit einer Kopie der Tellus-Bavaria. Die Originalbronze ist im Residenzmuseum, südlich unseres Standorts.

Als nächstes beeindruckt uns die Theatinerkirche, auch doppeltürmig und monumental. Die Stiftskirche war Hof- und Klosterkirche des Theatinerordens. Die Kirche im italienischen Spätbarock wurde 1675 geweiht und entlockt uns ein Wow! Auch von innen. Wir werfen auch noch einen Blick auf die Feldherrnhalle aus dem Jahr 1844.

Weitere Museen erwarten uns in der Residenzstraße. Im Residenzmuseum können 130 Schauräume angesehen werden, die Wohnen und Feiern aus 300 Jahren präsentieren. Es gibt eine Schatzkammer und Münzsammlung. Das Antiquarium ist eines der ältesten Renaissance-Gewölbe in Europa. Die Münchner Residenz war einst Stadtschloss.

Zum Abschluss geht's zum Wahrzeichen von München, der Frauenkirche. Die Frauenkirche München wurde 1494 geweiht, hat zwei Türme von rund 98,5m, ist 109m lang und 40m breit sowie 37m hoch. Wenn man den Münchner Dom näher erfahren will, auch was es mit dem Teufelstritt auf sich hat, bietet sich eine geführte Tour durch die Frauenkirche an.

Bildnachweis: Thomas Wolf (www.foto-tw.de) [CC BY-SA 3.0 de] via Wikimedia Commons

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