Lorsbach

Der Hofheimer Stadtteil Lorsbach wurde 1972 eingemeindet und liegt im Schwarzbachtal, westlich und östlich flankiert von Waldhängen der Taunusausläufer, die sich hinauf zum Staufen (451m) ziehen. Nordwestlich liegt der Ringwall Alteburg im Schlingswald. Die hier vermutete Anlage stammt aus dem frühen Mittelalter und ist lediglich als Bodendenkmal erhalten. Nördlich, oberhalb des Schwarzbachs, steht der markante Felsen Walterstein. Nordöstlich erhebt sich der Lorsbacher Kopf (309m) und etwas weiter nördlich davon das bei Wanderern beliebte Ausflugslokal Gundelhard.

Lorsbach gilt als Lederdorf. Die Gesamtanlage der ehemaligen Lederfabrik im Lorsbachtal ist ein erhaltenswertes Beispiel der Lederproduktion des 19. Jahrhunderts. Die Gebäude liegen entlang des Wassergrabens. Erhalten ist der runde Schornstein und Lagergebäude aus Backsteinmauerwerk. Auch Teile der technischen Innenausstattung sind noch vorhanden. Das ganze Ensemble unterliegt dem Denkmalschutz.

Einige Fachwerkbauten in der Kirchstraße sowie in der Straße Alt Lorsbach stehen ebenfalls unter Denkmalschutz und sind hübsch renoviert und gut erhalten. Die Anlage des Pfarrhofs geht zurück auf das Jahr 1569 und wurde 1720 erweitert. Das Pfarrhaus mit massivem Untergeschoss und Fachwerkgeschoss wird durch ein Krüppelwalmdach beschützt und ist von einem Pfarrgarten umgeben, der mit einer Bruchsteinmauer und einem überdachten Hoftor abgeschlossen ist.

Die evangelische Pfarrkirche am Zimmerplatz mit Linde entstand 1768-80. Der breite geostete Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss beherbergt eine frühklassizistische Innenausstattung, wirkt hell und freundlich, klar gegliedert und hat im Detail hübsche Schnitzarbeiten, wie an den Gestühlwangen oder am Orgelprospekt.