Limburg-Lindenholzhausen

Lindenholzhausen – von den Einheimischen auch Hollesse genannt – ist nach der Kernstadt der größte Stadtteil von Limburg an der Lahn. Lindenholzhausen liegt etwa 3km südlich von Limburg im Emsbachtal und markiert den Übergang zum Goldenen Grund.

Überregional bekannt ist Lindenholzhausen als Sängerdorf. Das liegt einerseits an der auffälligen Häufung von Chören – elf Chöre mit 450 Sängerinnen und Sängern bei nur 3.380 Einwohnern entspricht einer aktiven Sänger-Quote von knapp 12%!

Das die Hollesser so gut singen können, ist übrigens kein Wunder. Südlich von Lindenholzhausen liegt der Sauerborn, eine Mineralquelle, die offiziell auf den Namen Lubentiusbrunnen hört. Wer von diesem Wasser trinkt, soll ein Stimmchen wie eine Nachtigall bekommen. Und die Lindenholzhausener sitzen direkt an der Quelle.

Im Ortskern fällt zuerst die alte Kirche ins Auge. Seit 1235 ist eine Eigenkirche in Lindenholzhausen verbrieft. 1698 wurde die alten Kirche bis auf den Wehrturm abgerissen und durch den heute noch existierenden Bau ersetzt. 1893 fiel dann auch der alte Wehrturm zugunsten eines neuen Turms. Die alte Kirche dient heute zur Aufbewahrung sakraler Gegenstände des Bistums Limburg.

Die katholische Pfarrgemeinde ist seit 1979 in einem Neubau mit moderner Betonarchitektur aktiv. In der Pfarrkirche St. Jakobus ist die Ausstattung des alten Gotteshauses integriert, was einen spannenden Stil-Mix schafft. Dabei handelt es sich beispielsweise um ein barockes Ensemble der Hadamarer Schule, bestehend aus dem in der Zeit um 1700 entstandenen Hochaltar, dem gleichaltrigen Vierzehn-Nothelfer-Altar, dem Heilig-Kreuz-Altar von 1740 und dem Kanzelkorb. Zudem gibt es noch ein romanisches Taufbecken aus Eifeler Basaltlava (12.-13. Jahrhundert) und ein Bronzekruzifix aus dem 12. Jahrhundert zu sehen.

Direkt am Emsbach liegt die zu Lindenholzhausen gehörende Lindenmühle, die bereits seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen ist. Der heutige Bau wurde 1728 errichtet und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer.

Mitten im Ort befindet sich direkt an der Bundesstraße B 8 die barocke Wendelinuskapelle auf einer Verkehrsinsel. Die Wendelinuskapelle wurde 1631 errichtet und verfügt über einen Altar aus dem Jahr 1674.