Leichlingen

Leichlingen ist die Obstkammer des Bergischen Lands. Bereits in den 1920er Jahren kamen die Städter aus Köln und Düsseldorf – beides keine 30km entfernt – nach Leichlingen, um hier Erdbeeren zu ernten und sich an der Blüte der rund 50.000 Obstbäume zu freuen. Deshalb trägt Leichlingen heute seinen Beinamen Blütenstadt auch mit vollem Stolz und am ersten Wochenende im Oktober, wenn zum Leichlinger Obstmarkt geladen wird, kann man sich davon überzeugen, was die bergische Obstkammer zu bieten hat.

Aber auch an den übrigens 51 Wochenende im Jahr lohnt ein Ausflug nach Leichlingen. Z.B. um durch den Stadtpark zu schlendern und dann entlang der Wupper die evangelische Kirche anzusteuern. Die stand bei ihrer Gründung im 10. Jahrhundert wie der historische Ortskern noch auf einer kleinen Wupperinsel und war gerade einmal 5m breit. Später wurde das Gotteshaus zu klein, so dass im 12. Jahrhundert ein Erweiterungsbau und dann 1753-56 der heute noch zu sehende barocke Neubau entstanden. Der mittelalterliche Kirchturm fiel einem Blitz zum Opfer und wurde 1876 durch den heutigen Kirchturm ersetzt. Die Turmspitze krönt allerdings noch der Kirchturmhahn aus dem 12. Jahrhundert.

Folgt man der Wupper weiter aufwärts kommt man zum Schloss Eicherhof, einem 1762-63 errichteten Gutshaus. Der Landsitz im Stile des Rokoko besteht aus dem zweigeschossigen, durch Mansarddach und kleinen Dachreiter bekrönten Herrenhaus und zwei Remisen. Auf dem Vorplatz befindet sich ein mit Ketten eingefasstes Rosenrondell, das genauso wie der frühere Schlosspark von den früheren Besitzern angelegt wurde. Schloss Eicherhof ist heute Sitz mehrere kleiner Unternehmen und kann als Veranstaltungsort gemietet werden.

Vis-à-vis zu Schloss Eicherhof steht die Villa Weyermann. Einst nannte man sie schlicht Parkhaus, denn die Industriellenfamilie Weyermann residierte in einem deutlich mondäneren Gebäude, das aber niederbrannte. So kam das Parkhaus in den Genuss, Villa Weyermann genannt zu werden. Das schmucke Haus entstand 1877 und gelangte 1957 in Besitz der Stadt Leichlingen. Heute wird die Villa Weyermann als Bürgerhaus von Leichlingen genutzt.

Geht man über die Marktstraße wieder retour, stößt man vor dem Bürgerpark auf einen Kreisverkehr. Hier geht links die Kirchstraße ab und die führt zur katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Die dreischiffige Hallenkirche im Stile des Neobarock wurde 1903-04 aus Backstein errichtet und im Inneren in gedecktem Weiß mit farbigen Hervorhebungen der Architekturgliederung gefasst.

Der Bau der St. Johannes Baptist Kirche wurde nötig, weil die 1807-11 erbaute kleine Kirche auf dem Johannesberg zu klein geworden war. Um den Bau der neuen Pfarrkirche zu finanzieren, musst die Gemeinde die Kirche auf dem Johannesberg verkaufen. Doch konnte sie 1915 zurückerworben und zum Jugendheim ausgebaut werden. Heute steht die Kirche wieder für Gottesdienste zur Verfügung.