Langenlonsheim

Langenlonsheim ist ein vom Weinbau geprägter Ort an der Nahe, die mit etwas Abstand vom Ortskern ihrer Mündung in den Rhein zufließt. Zahlreiche Winzerbetriebe und gemütliche Weinstuben sind ein Kennzeichen von Langenlonsheim, das immerhin die viertgrößte Weinbaugemeinde im Anbaugebiet Nahe ist.

Erstmalig wurde Langenlonsheim im 8. Jahrhundert erwähnt. Um 1200 wurde eine St. Nikolaus Kirche benannt, die später zur St. Johannes Kirche wurde. Daraus wurde dann 1588 der Neubau der evangelischen Pfarrkirche, die 1777 einen barocken und 1868 neogotischen Umbau erfuhr. Ihr Chor ist spätgotisch aus der Zeit um 1500 und ein weiteres älteres Baurelikt ist der romanische Anteil in der Sakristei aus dem Jahr 1588. Zeitweilen wurde diese Kirche simultan genutzt.

1908 erfolgte der Bau der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer. Die Johanneskirche entstand als neuspätgotischer Saalbau. Die beiden Sakralbauten stehen vom weitem betrachtet wie Geschwister beieinander. Zur Unterscheidung aus der Ferne hilft der Turmhelm. Der Helm der evangelischen Kirche ist spitzer und im Obergeschoss des Turms sind zwei schlanke Fenster nebeneinander mit spätgotischem Bogen.

1860 gab es in Langenlonsheim eine große jüdische Gemeinde, die in der Hintergasse 30 eine Synagoge erbaute. Die überstand die Novemberprogrome jedoch nicht und wurde abgerissen. An der Stelle steht heute ein privates Wohnhaus. Unter Denkmalschutz ist der jüdische Friedhof westlich des Ortskerns. Hinter dem klassizistischen Friedhofstor aus der Mitte des 19. Jahrhunderts finden sich 46 Grabsteine, mit Sterbedaten bis ins Jahr 1938.

Nach Nordwesten erstreckt sich bis hinauf zur Autobahn A 61 der Langenlonsheimer Wald, ein schönes Wandergebiet, durch das u.a. die Vitaltour Wald, Wein & Horizonte (17km) führt. Die Wanderung startet am ehemaligen Forsthaus Langenlonsheim, wo sich auch die Trimm-Dich-Anlage befindet. Der Langenlonsheimer Wald erreicht am Schlangebaum (300m) seinen höchsten Punkt.