Landschaftstherapeutischer Park Römerkessel (Bad Bertrich)

Schon toll, da kommen Menschen in einer fantastischen Natur mit einem natürlichem Empfinden für die wohltuenden Dinge auf eine grandiose Idee und haben Wege, Mittel und Möglichkeiten diese umzusetzen! So geschehen mit dem ersten landschaftstherapeutischen Park Europas in Bad Bertrich, der im Mai 2012 eröffnet wurde. Der Name scheint für die logische und geerdete ganzheitliche Erkenntnis, dass Freude gesund hält, ein wenig sperrig, aber der Park mit der Bezeichnung Römerkessel ist dies ganz sicher nicht.

Mit dem landschaftstherapeutischen Park, konzipiert von dem Münchner Psychologen Reinhard Schober, bietet Bad Bertrich seinen Besuchern ein ganz besonderes und abwechslungsreiches Natur- und Geschichtserlebnis. Die sieben Gärten, mit eigenen Eingängen und Abgrenzungen, widmen sich einer Thematik und bieten sozusagen Naturbäder in stimmungsvollen Atmosphären. Ohne Barrieren gelangt der Wanderer durch diese spezielle Oase, die auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt ist.

Von einem Einstimmungsplatz aus durchschreitet man den Fürstengarten, der an den Kurfürsten Clemens Wenzeslaus und seine Schwester erinnert. Hier verbindet sich Eleganz und Lebensart der fürstlichen Zeit durch den spätbarocken Buchsbaumgarten von einem Wasserring umgeben, dazu Rosenduft und ein Hauch von derart glanzvoller Residenzgestaltung, wie sie sich nur Fürsten leisten konnten.

Wandert man weiter mit dem Uhrzeiger, wird es erdiger und führt auch ein wenig durch den Magen. Der Kräutergarten ist in der Form her einer Zelle nachempfunden. Steine und Büsche übernehmen die Funktion einer schützenden Membran und der Pavillon ist der Zellkern. Es finden sich Kräuter für unterschiedliche Anwendungen. Würzig, wohltuend, für Ruhe und Entspannung sowie Heilkräuter.

Die richtige Einstimmung auf den Entspannungsgarten. Gemütlich liegen, die Seele baumeln lassen, bewusst die Eifelluft einatmen und chillen. Auch bei usseligem Wetter möglich in den Bankhütten.

Zu den Ursprüngen dieser einladenden Landschaft führt der Lavagarten, der an die vulkanische Vergangenheit erinnert und sie anschaulich verdeutlicht. Lavabomben und Aschefelder mit der entsprechenden Vegetation zeigen sozusagen die gewaltige Geburtsstunde dieser Scholle.

Ein Abzweiger führt zum Stillen Garten. Auf dem Plateau gegenüber des Krahlbergs ist eine Streuobstwiese, Anrainer sind ein Friedhof, die evangelische Kirche und ein Gedenkfriedhof. Rundwege mit Bänken und Sinnsprüchen ausgestattet, laden zur Bewegung von Körper, Geist und Seele ein, ebenso wie zum Innehalten.

Weitere Erlebnisse, Einsichten und Gehgefühle bietet der oval angelegte Bewegungsgarten. Bewegung baut Stress ab und sorgt für gute Laune und wie bereits erwähnt: Freude hält gesund! Auf dem Barfußpfad erlebt sich der Boden der Tatsachen einmal ganz anders. In der Römischen Laube kann sich flugs umgezogen werden, für den Fall, dass man für das Tai Chi oder die Gymnastik im Inneren des Ovals bequemere Kleidung tragen will.

In der Nähe ist der Terrassengarten, der die Fantasie anregen soll – und das auf ursprüngliche Weise. Hier belässt man es bewusst bei einer Verwilderung, die von kleinen Tieren als Unterschlupf genutzt wird. Mauerritzen, Moosbetten, Farne, ein bisschen verwunschenes Märchenwaldfeeling.

Verlässt man den Römerkessel nach Osten, erreicht man den im Wald gelegenen Hohenzollernturm aus der zweiten Hälfte des19. Jahrhunderts. Der Gusseisenturm bietet einen schönen Blick über die Ausläufer des Kondelwalds.

Etwas weiter südlich steht auf der Hohelay oberhalb des Üßbachtals der Bismarckturm Bad Bertrich. Der Bismarckturm wurde 1908-10 erbaut Der 14m hohe rund gebaute Turm fällt besonders durch sein spitzkuppelartiges Dach mit Schieferdeckung auf. Über eine eiserne linksdrehende Wendeltreppe mit dreißig Stufen gelangt man zum so überdachten Aussichtsgeschoss.