Löhnberg

Landgasthof RudolphLandgasthof Rudolph

An der Einmündung des Kallenbachs in die Lahn liegt Löhnberg. Kurz zuvor hat der Kallenbach den Vöhlerbach aufgenommen, über den eine schöne dreibogige Steinbrücke führt.

Die Geschichte Löhnbergs ist eng verknüpft mit der Laneburg, die 1321-24 durch Graf Johann von Nassau-Dillenburg auf dem Felssporn des Schletsbergs (166m) errichtet worden ist. Ende des 16. Jahrhunderts wurde begonnen, die Laneburg zu einem Wohnschloss im Stil der Renaissance umzubauen. Ab 1782 wurden die Schlossanlagen als Wirtschaftsgebäude genutzt und 1816 schließlich an Privatpersonen veräußert. Am 5. September 1900 brannte das Schloss aus und wurde nicht wieder aufgebaut. Eine Fliegerbombe zerstörte im Zweiten Weltkrieg weitere Teile der Ruine.

Ab Mitte der 1960er Jahre begann die Gemeinde Löhnberg die Ruine zu sichern. Bei erneuten Sanierungsarbeiten wurde 2000 in der Nähe des so genannten Landgräflichen Turms der Schatz von der Laneburg entdeckt: 211 Silbermünzen aus verschiedenen Währungen, die seit mindesten 1687 im Mauerwerk versteckt gewesen sind.

Heute wird die Laneburg für verschiedene kulturelle Aktivitäten genutzt. Privatleute und Unternehmen können den Rittersaal und die Weinkeller für Veranstaltungen anbieten und im Trauzimmer schließen jedes Jahr viele Brautpaare aus ganz Deutschland den Bund fürs Leben.

Die Laneburg wurde in der Nähe der fränkischen Siedlung Heimau errichtet, die schon im 6. Jahrhundert bestanden hat. Nach dem Bau der Laneburg verlagerte sich der Ort in Richtung Burgberg. Das einzige Überbleibsel auf dieser Zeit ist die Friedhofskapelle, die – wenngleich mehrfach umgebaut – mittelalterliche Wurzeln hat.

Sehenswert ist in Löhnberg auch die ehemalige Schlosskirche und heutige evangelische Pfarrkirche, die 1736-38 mit Ausnahme des gotischen Chores neu errichtet worden ist. Hier finden sich noch Teile der alten Befestigungsanlage, die um den Marktflecken Löhnberg errichtet worden war. Im Inneren der Kirche sind schöne Wand- und Deckenmalereien von Lazarus Maria Saguinetti und dem Hofmaler Georg Christoph Seekatz.

Im Ortskern von Löhnberg finden sich neben dem klassizistischen Rathaus einige hübsche Fachwerkbauten aus dem 17. Jahrhundert. Der seit 1353 bekannte Schöpfbrunnen Sauerborn Löhnberg wurde 2004 restauriert und hat ein Brunnenhäuschen erhalten, an dem man sich nach einer Wanderung mit gesundem Quellwasser erfrischen kann.