Kurfürstliches Schloss Koblenz

Das Kurfürstliche Schloss in Koblenz gehört zu den bedeutendsten Schlössern im Stil des französischen Frühklassizismus in Deutschland. Bauherr des Kurfürstlichen Schlosses war der letzte Trierer Kurfürst Clemens Wenzelaus von Sachsen. Bekanntester Bewohner des Koblenzer Schlosses aber war Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen, der 1850-58 als preußischer Militärgouverneur für die Rheinprovinz residierte und später zum ersten deutschen Kaiser gekrönt wurde.

Das 1777-93 erbaute Kurfürstliche Schloss wurde 1944 durch Bomben zerstört und dann 1950-51 nach alten Plänen, aber mit moderner Innenausstattung wieder aufgebaut. Im Schloss finden sich Büros verschiedener Behörden des Bundes, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Das Kurfürstliche Schloss besteht aus einem 37-achsigen und zweieinhalbgeschossigen zentralen Bau, an den sich in Halbkreisen an beiden Seitenflügeln sogenannte Zirkularbauten anschließen. Risalite untergliedern den Baukörper. Auch der in Deutschland bekannte Architekt und Planer Johannes Seiz war in der Entwurfsphase beteiligt sowie rund hundert Jahre später Johann Claudius von Lassaulx, der spätklassizistische Veränderungen und Ergänzungen beisteuerte.

Die Schlossgärten sind ein beliebter Ort zum Relaxen und Spielplätze sowie eine Skateranlage sind Anziehungspunkte für Kinder und Jugendliche. Ein Fixpunkt in den weiträumigen Anlagen ist die Sandsteinskulptur Vater Rhein und Mutter Mosel im Schlossgarten, die 1854 geschaffen wurde. Sie zeigt Rhein und Mosel als Mann und Frau in einer sehr ästhetischen zugeneigten Pose.

1786 zog Kurfürst Clemens ins Schloss ein und obwohl das noch nicht ganz fertig war, ließ man drumherum schon weiterbauen. So entstand 1787 das Theater Koblenz, damals noch unter dem Namen Kurfürstliches Komödien- und Ballhaus. Zur Eröffnung spielte man Mozarts Entführung aus dem Serail. Heute ist das Theater Koblenz ein Mehrspartentheater für Schauspiel, Musiktheater, Puppenspiel und Ballett.

Vor dem Theater steht am Deinhardplatz der 1791 errichtete Clemensbrunnen. Er wurde der Stadt vom Kurfürsten geschenkt, denn dieser hatte das Kurfürstliche Schloss an die neue Wasserleitung anschließen lassen, um die Versorgung mit frischem Quellwasser sicherzustellen. So bekam auch die Bevölkerung ihren Teil ab.

Gleich neben dem Theater am Deinhardplatz steht das Stammhaus der bekannten Sektkellerei Deinhard, einstmals größte Weinkellerei am Rhein und einer der Wegbereiter für Schaumweine in Europa. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1786 und beherbergt heute u.a. das Deinhard Kellermuseum.

Geht man durch die Stresemannstraße Richtung Rhein, kommt man in die Rheinanlagen, die auf Höhe des Kurfürstlichen Schlosses vom Konrad-Adenauer-Ufer in die Kaiserin-Augusta-Anlagen übergehen. Rechterhand steht das Oberpräsidium der Rheinprovinz (1907-10), linkerhand das Preußische Regierungsgebäude.

Das Preußische Regierungsgebäude wurde 1902-06 im neuromanischen Stil erbaut und bringt es auf die stolze Länge von 158m. Zur Rheinseite hin hat es vier Geschosse, ein Mittelrisalit mit Staffelgiebel und Ecktürme. Die Frontfassade wird durch Kupferplastiken geziert. Heute arbeitet hier u.a. das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und ein Teil des Oberlandesgerichts.

Vor dem Preußischen Regierungsgebäude direkt am Rhein steht das Pegelhaus, das 1609-11 als Rheinkran errichtet wurde. Seit 1839 diente der Rheinkran als Pegel. Der Kran verschwand dann um 1900. Heute legen am Pegelhaus die Rheinfähren ab, die die Koblenzer Altstadt mit Ehrenbreitstein verbinden. Das ist eine schöne Alternative für Besucher, die die Fahrt mit der Rheinseilbahn scheuen, aber trotzdem mal zügig zur Festung Ehrenbreitstein wollen.