Kufferather Tal

Südwestlich von Düren liegen die beinahe zusammengewachsenen Orte Kufferath und Berzbuir benachbart zum Hürtgenwald westlich und Kreuzau östlich. Von Südwesten her zieht sich der kleine Kufferather Bach durch die Region.

Seit dem ausgehenden Mittelalter wurden Bodenschätze im Kufferather Tal und den umgebenden Hügeln. Es hat über hundert sogenannte Berechtigungsfelder gegeben, wo meist in Familienclans geschafft wurde. Das Erz wurde dann in umliegenden Hammerwerken gewonnen. Die Grube Johanna im Kufferather Tal war besonders ergiebig. Der Kufferather Bergbauwanderweg hält die Erinnerung an die Grubengeschichte wach. 1964 wurde der Betrieb geschlossen und die Stadt Düren nutzte die Grube als Mülldeponie.

Will man in Kufferath der Bergbauhistorie begegnen, statte man dem Friesenhof einen Besuch ab, der seinen Namen durch Betreiber aus Friesland erhalten hat. Der Friesenhof ist heute eine Gaststätte mit kulturellen Angeboten. Das Hauptgebäude wurde um 1765 erbaut und war zeitweilen der Verwaltungssitz der Stolberger Zink AG und der Firma Hoesch. Die Veranda im Jugendstil wurde um die vorletzte Jahrhundertwende angebaut. Im ehemaligen Schachthaus liegt das knapp 19m tiefe Lichtloch der einstigen Grube Johanna. Der Schacht belüftete den rund 2km langen Johanna Stollen. Das Schachthaus dient heute Wohnzwecken.

Im benachbarten Berzbuir lohnt ein Blick auf die Kapelle Berzbuir. Die nur 13qm große Kapelle wurde 1649 der Heiligen Dreifaltigkeit und der Jungfrau Maria geweiht und in ihrem Innenraum steht eine Holzplastik aus dem Jahr 1470, die St. Anna-Selbdritt zeigt.

An der Berzbuirer Straße lädt der Bauschhof insbesondere vor Weihnachten die Bewohner ein. Der Vierseiterhof war einst ein Lehnshof der Herzöge von Jülich und wurde erstmalig 1403 erwähnt. Man sieht hier eine typische fränkische Hofbebauung aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts.

In Richtung Hürtgenwald liegt die Pumpstation Berzbuir am Waldrand im Beibusch mit Jugendstilornamenten. Der Hochbehälter, vielmehr das Technikhäuschen des unterirdischen Wasserbehälters wurde 1910 erbaut und versorgte die umliegenden Orte Gürzenich, Rölsdorf, Birgel, Berzbuir, Kufferath und Lendersdorf-Krauthausen mit Trinkwasser. Von den Anhöhen des Kufferather Tals aus, kann man bis ins Rheintal und nach Köln schauen.

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