Kruchten

Ein besonderer Ort mit einer besonderen Geschichte, die sich so aber auch andernorts hätte abspielen können, ist Kruchten mit den Weilern Neuafrika und Schwarzenbruch, ein paar Häuschen an einer Landstraße. Neuafrika heißt auch die Straße, die aus Kruchten hinaus nach Afrika führt. Und das ist nicht weit. Die Geschichte der Neu-Afrika-Straße erzählt auch die Geschichte der Zeit, als zahlreiche Menschen aus so ärmlichen Regionen wie der Eifel ihr Glück in der Ferne suchten, um einfach nicht zu verrecken.

In Kruchten war es vielleicht nur einer, man weiß es nicht so genau. Der Auswanderer kam nämlich leider nicht weit, man sagt, bis zum Hafen nach Antwerpen, dann mangelte es ihm an Geld für die Überfahrt in sein gelobtes Land Afrika. Er trollte sich also wieder dorthin zurück, von wo er gekommen war. Seitdem nannte er seinen Hof Neu-Afrika.

Wenn man schon einmal in Kruchten ist, lohnt ein Blick auf die katholische Pfarrkirche St. Maximin. Sie hat einen mittelalterlichen Westturm und einen romanisierenden Saalbau, der 1852 entstand. Durch Kruchten führt der Matthiasweg, wenngleich man nach Neu-Afrika einen Abstecher machen müsste.

Verfolgt man den Matthiasweg gen Süden, kommt man nach Biesdorf mit dem St. Josef Gymnasium, einem Gebäudekomplex, der ins Auge fällt, in einer Landschaft, wo hin und wieder ein paar Häuser an den Straßenrand gestreut wurden. Das private Gymnasium in der Trägerschaft eines Vereins mit Patres der Missionare von der Heiligen Familie wurde 1922 eröffnet. Zu Schulzeiten steigt die Bevölkerung auf rund 1.000 an. Aus fünfzig Orten werden die Schüler herbeigekarrt.