Krautheim: Pfad der Stille (Hohenloher Land)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 27 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 35 Min.
Höhenmeter ca. ↑557m  ↓557m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Stille wird man schon vor dem Einstieg in den Pfad der Stille, wenn bewusst wird, dass 27km warten. Es sei zur Entlastung gesagt: Der erste Bogen mit Krautheim, dem Naturschutzgebiet Im See, mit Neunstetten, Zimmerbach und Gommersdorf, kann man von Altkrautheim her über die Jagst abkürzen (20km). Die östliche Schleife führt durch das mäandernde Jagsttal nach Klepsau und von dort durch Weinlagen zum Start/Ziel, dem Parkplatz am Wasserwerk, an der Klepsauer Straße.

Alsbald machen wir Bekanntschaft mit dem Naturdenkmal Krautheimer Kuharsch. Wenn man davor steht, wird es deutlich. Es handelt sich um einen Wasserlauf, der Kalk mitbringt und Kalksinter links und rechts aufträgt, wobei die Hinteransicht einer Kuh entsteht.

Wir wandern zur weithin sichtbaren Burg Krautheim (Sommerwochenendbetrieb) hangaufwärts, 1213 auf einem Bergsporn gebaut. 30m misst der runde Bergfried von dem aus man einen fantastischen Rundblick über das Jagsttal hat. Literarische Bekanntheit hat Burg Krautheim durch Götz von Berlichingen (1480-1562) erhalten. Dem Reichsritter hat Goethe in seinem gleichnamigen Schauspiel eine deftige Beleidigung gegen den Amtmann in der Burg in den Mund gelegt, was der ihn mal könne.

Per Burgweg gelangen wir am Rathaus und Johanniter-Museum vorbei sowie der St. Marien-Kirche. Weitere Schritte führen uns durch: Bühlhofstraße, an der Lourdesgrotte vorbei, Grottenweg, König-Albrecht-Straße, Neunstetter Straße. Von der biegen wir beim Aufwärtsstreben nach links. Ein Abstecher nach links bringt uns zum Jüdischen Friedhof Krautheim auf der Neunstetter Höhe mit herrlichem Blick über das Jagsttal. Die ersten Bestattungen waren 1837 und seit 1942 ist der Friedhof nahezu unberührt.

Man könnte auch hier abkürzen, indem man dem Weg Richtung Gommersdorf einschlägt. Wir gehen den kleinen Stich jedoch zurück, kommen erneut auf die Straße, die uns hergebracht hat und wenden uns mit Feldflur und Wiesen gen Neunstetten und vorher zum Naturschutzgebiet Im See. Wir queren gen Norden den Erlenbach, die Assamstadter Straße, wandern mit Aue zum See. Das rund 8ha große Naturschutzgebiet mit dem Stausee ist ein wichtiges Biotop für Zugvögel.

Wir wandern nach Neunstetten, dessen Umgebung von reichhaltig Landwirtschaft geprägt ist. Die evangelische Kirche stammt von 1758. Die Neunstettener wurden erst durch den bekannten Ritter Götz evangelisch. Das Schloss Neunstetten, das sich als Fachwerkbau zeigt, hat der Sohn von Götz von Berlichingen 1568erbaut.

Der Pfad wird erneut still, führt auf und ab durch abwechslungsreiche Landschaft und auch durch ein Wäldchen, abwärts an den Zimmerbach, mit dessen Fließrichtung nach Gommersdorf im Jagsttal. Gommersdorf und die L1025 werden gequert und wir sind an der Jagst. Mit dem Brühlgraben und Feldern geht’s nach Altkrautheim, mit der Kirche St. Johannes nebst Lourdesgrotte. Wir queren die Jagst per L515. Es geht um die Hallen Dometic Seitz (Caravan Bauteile), die links von uns sind. Folgte man der Altkrautheimer Straße in Richtung Burg Krautheim, könnten abgekürzt werden. Etwa 18,4km waren es bisher. Ohne die Abkürzung lassen wir die Jagst nicht aus der rechten Hand und wandern durch ihre Talauen.

Wir kommen nach Klepsau mit der Kirche St. Georg. Die Laibacher Straße führt uns in einem kleinen Abstecher zu einer Kapelle und von dort wandern wir mit dem Württembergischen Weinwanderweg am Sportplatz vorbei durch die Weinberge. Stille erwartet einen erneut im Beckental. Eine kleine Herausforderung ist am Ende die Imbachschlucht, die recht steil hinab zum Ausgangsort führt.

Bildnachweis: Von BerndH [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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