Koblenz-Pfaffendorf

Wendet man sich vom Rhein-Lahn-Eck nördlich, kommt man an der Horchheimer Höhe (357m) vorbei nach Pfaffendorf. Hier siedelten bereits in der Bronzezeit Menschen. Der Anbau von Wein in Terrassenform in den Berghängen wurde erstmals im 10. Jahrhundert eingeführt. Wegen dieser Terrassenbauweise gaben vorbeifahrende Schiffer Pfaffendorf den Namen Rheinisches Nizza. Der letzte Wein wurde hier allerdings schon 1950 geerntet.

Pfaffendorf ist seit alters her das Dorf der Pfaffen. Dementsprechend groß ist auch die Kirche ausgefallen. Die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde ab 1902 nach Plänen des Regierungsbaumeisters Leopold Schweitzer erbaut. Beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Kirche wurde der zerstörte auf Fernsicht ausgerichtete hohe Turmhelm durch den jetzigen Abschluss ersetzt. Die Kirche ist eine neugotische drei-schiffige Säulenbasilika mit einem mächtigen Westturm. Die dem Rhein zugewandte Front wird von drei reichgeschmückten Portalen beherrscht. Strebepfeiler an Langhaus, Chor und Seitenschiffen prägen die Außenansicht.

Der Rheinsteig führt vom Lichterkopf (319m) über die Schmidtenhöhe zum Wachecker Kopf (251m). Von hier geht es über einen Hohlweg hinab ins Bienhorntal. Die Trockenmauern aus Devonschiefer sind eine Fundgrube für Fossiliensammler. Am Ende des Tals erreicht man dann den Koblenzer Stadtteil Pfaffendorf.

Die Schmidtenhöhe war mehrere Jahrzehnte Truppenübungsplatz für Panzerverbände. In den letzten Jahren wird an einem neuen Nutzungskonzept gearbeitet, das u.a. eine halboffene Weidelandschaft vorsieht. Seit 2009 weiden daher auf einer Fläche von 130ha Taurusrinder und Koniks. Wanderungen in dieser Umgebung sind vom Naturdenkmal Dicke Eiche am Nordrand der Horchheimer Höhe ausgeschildert.