Kirchheim unter Teck: Stadt- und Landtour


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 18 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 13 Min.
Höhenmeter ca. ↑359m  ↓359m
Kein Wegzeichen hinterlegt

25km südöstlich von Stuttgart liegt Kirchheim unter Teck an der A 8 und hat auch gleich zwei Abfahrten (Ost/West). Das „unter Teck“ geht entweder auf die Lage unter der Burg Teck zurück oder auf die Herrschaft der Herzöge von Teck.

Kirchheim unter Teck erfreut sich und Gäste mit seiner schmucken Altstadt. Hervorzuheben sind das Alte Rathaus, das auch Wahrzeichen ist, die Martinskirche mit romanischen Ursprung und das Renaissance-Schloss. Das alles erleben wir im letzten Drittel der Wanderung, die uns erstmal gen Süden führt.

Start ist nahe dem Flugplatz Hahnweide, im Naherholungsgebiet Bürgerseen auf dem Parkplatz. Es reihen sich an den Talbach: Unterer-, Mittlerer- und Oberer See. Wir gehen ein Stück Bürgerseesträßle, biegen von dem rechts ab, aufwärts in die Naturlandschaft, durchzogen von einigen Wanderwegen, wir nehmen diese: Herrschaftsweg, Wechseleicheweg wo wir an der Wechseleiche vorbeikommen, ins Eisenwinkelsträßchen einbiegen, von dem dann ins Obere Hörnlessträßchen zum Hörnle (452m) kommen.

Jetzt bleiben wir von Wald umgeben obenauf und folgen dem Nonnenbrunnenweg. Wenn der Wald einer Lichtung Platz macht, heißt diese Rauhe Wiesen und an der Grillstelle könnte man eine Rast machen.

Weiter wandern wir zum Käppele, von Wiesen und Ackerflächen umgeben. Der Käppele-Traufweg führt uns zum dortigen Wanderparkplatz, wo sich einige Wege und Infos kreuzen. Wir nehmen den Rainweg und den Bromenhauweg.

Das Charlottensträßle bringt uns ins Tal an die Lauter und ins Schwäbische Streuobstparadies, von dem sich ein Teil westlich von Dettingen unter Teck ausbreitet, an dem wir nun vorbeiwandern. Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar kommen auf 26.000ha und 1,5Mio. Obstbäume.

Wir folgen der Lauter in nördliche Richtung, lassen Dettingen unter Teck rechts liegen, die A 8 hinter uns und widmen Kirchheim unter Teck unsere Aufmerksamkeit mit seiner idyllischen Altstadt, Resten der Stadtmauer mit dem Wachthaus (14. Jahrhundert), dass das einzig erhaltene von einst vier Wachthäusern ist. An dem kommen wir auch längs, wenn wir die Dettinger Straße, in der Nähe ist die Christuskirche von 1909, verlassen, die Alleenstraße überqueren und in die Marktstraße biegen.

Das Kirchheimer Rathaus mit seinem Uhrenturm fällt natürlich gleich auf. Das Erdgeschoss zeigt Rundbögen, wo sicher einst Markt gehalten wurde, vier gezierten Fachwerkgeschosse stapeln sich darüber, der Turm hat nochmal eines obenauf, getoppt von achteckiges Türmchen mit Welscher Haube und Glockenstube.

Am Widerholtplatz steht die Martinskirche mit Ersterwähnung im Jahr 960. 1220 wurde sie zu einer romanischen Basilika ausgebaut. Im 15. Jahrhundert erfolgte die Umgestaltung im gotischen Stil und so zeigt sie sich heute überwiegend.

Das Schloss Kirchheim folgt dem Stil der Renaissance, geht aber auf einen viel älteren Landfestungsbau zurück und auf die Zeit um 1500, als Herzog Ulrich von Württemberg sieben Landesfestungen ausbauen ließ. Vor einer stehen wir jetzt. Das Schloss wurde 1538 als Eckbastion in die Stadtmauer integriert. Nach dem es als Festung ausgedient hatte, wurde es herzoglicher Witwensitz. Heute bietet es als Schlossmuseum unter anderem acht Fürstenzimmer. Umgeben ist die langgestreckte einst militärische Anlage von einem schönen Schlosspark.

Unsere Wanderung führt uns durch den Hain der Kulturen im Bürgerpark Herrschaftsgärten, dann zum Bahnhof und von dort entlang dem 20ha kleinen Naturschutzgebiet Nägelestal. Hier war auch mal eine Abbaugrube einer Ziegelei. Das Gelände mit Hügeln, Milden, Ödland, Streuobstflächen, einstigen Äckern ist aufgrund seiner Vielfalt geschützt. Jetzt noch einmal die A 8 hinter uns lassen und schon sind wir am Ausgangsort an den drei Teichen im Naherholungsgebiet Bürgerseen.

Bildnachweis: Von Jacquesverlaeken [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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