Kastel-Staadt

Der erste Name des Doppelorts Kastel-Staadt suggeriert es bereits: Kastel – Kastell – Römer. Zwischen dem Ortskern und der bekannten sowie faszinierenden Klause Kastel liegt als Bodendenkmal ein Oppidum der Treverer (5. Jahrhundert vor Christus) mit einem Wall zum Schutz, wo es keine Sandsteinfelsen gab. Dem bemächtigten sich wohl später die Römer.

Zu der Zeit, als das klösterlicher Refugium als Rückzugsgebiet mönchischer Kontemplation in den Felsen gestemmt wurde und die sehenswerte Klause Kastel im Erstbezug war, entstand auch die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Das war im 13. Jahrhundert. Man vermutet, dass die Kirche auf römischen Fundamenten erbaut ist. Nahebei wurden beispielsweise Überreste eines römischen Theaters gefunden, das wohl 3.000 Sitzplätze hatte. Der Turm der Kirche ist romanisch, das Kirchenschiff ist hundert Jahre jünger als der Turm aus der Zeit um 1300.

Auf einen Entwurf des preußischen Baumeisters Schinkel, beziehungsweise der Oberbaudeputation Berlin, geht die Alte Schule zurück. Sie wird auch Schinkelschule genannt und stammt aus dem Jahr 1840, wobei es nicht hinreichend deutlich ist, dass er selbst die Schule geplant hatte. Der klar gegliederte klassizistische Bau ist heute das Bürgerhaus.

Auf Schinkel geht auch die Umfassungsmauer rund um die Kirche zurück sowie über dem Eingang zum Friedhof die Pièta, die Karl Friedrich Schinkel entworfen hat. Ebenfalls Schinkels Kreativität zu verdanken ist der Aussichtpunkt Elisensitz. Kronprinzessin Elisabeth von Bayern (1801-1873) hat hier wohl gerne verweilt und war die Gemahlin des Preußenkönigs und Tante der Österreicherin „Sisi“.

Die Traumschleife Kasteler Felsenpfad verbindet die felsige urwüchsige Landschaft mit der Klause und den Höhepunkten über dem Saartal, auf das sich immer wieder auf der Runde hinunterschauen lässt. An der Saar liegt im Ortsteil Staadt die Denkmalzone Maximiner Hof- und Weingut Staadt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit barockem Hofhaus, einem Kelterhaus und Wirtschaftsgebäude. Man sieht Arbeiterhäuser, einen terrassierten Garten mit Brunnen einen Weinberg und ein einstiges Gasthaus sowie eine zum geschützten Ensemble gehörende Sandsteinmauer, die den Weinberg abstützt und umfänglich saniert werden muss.

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