Kameralwaldweg mit Lindenhütte und Sissi-Stein (Wilhelmsfeld)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 11 Min.
Höhenmeter ca. ↑412m  ↓412m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Steilhänge, lößüberlagerte Hochlagen, enge, aber auch offene Täler: Der Kameralwald bei Wilhelmsfeld (nordöstlich von Heidelberg) ist zurecht ein beliebtes Wanderziel. Der Kameralwald ist rund 2.200 Hektar groß, eingebettet zwischen Steinbach- und Steinachtal.

Der Kameralwald ist ein Staatswald und gehört dem Land Baden-Württemberg. Sein Name weist aber draufhin: Früher war er Teil der kurpfälzischen Finanzverwaltung. Durch den Kameralwald verlaufen verschiedene Wanderwege und auf dem Schriesheimer Kopf lockt der Telschikturm mit weitem Panoramablick.

Wir starten die vor Ort als W5 markierte Rundwandertour in den Kameralwald am Wanderparkplatz Hinterbergweg am Ortsrand von Wilhelmsfeld. Von hier wandern wir los und bewegen uns parallel zur Landstraße L596 zum Wanderparkplatz Langer Kirschbaum am Dossenheimer Kopf (539m).

Wenig später kommen wir ins Stadtgebiet von Heidelberg und wandern durch den Kameralwald weiter zur Sitzbuche, wo sich verschiedene Wege kreuzen und eine Schutzhütte bei schlechtem Wetter Unterstand bietet.

Wir wandern weiter auf dem Prinzenweg zum Prinzensitz und weiter zur Lindenhütte. An der Lindenhütte halten wir uns links (Wilhelmsfelder Weg). Jetzt sind wir wieder auf dem Rückweg und kommen wieder nach Wilhelmsfeld. Hier stoßen wir nach einiger Zeit auf den Kleinen Philosophenweg.

Auf dem Kleinen Philosophenweg kommen wir zum Sissi-Stein. Der erinnert an den Besuch der Kaiserin Elisabeth in Wilhelmsfeld erinnert. Die Sissi war 1885 in Heidelberg zur Kur und wollte eine Wanderung nach Wilhelmsfeld unternehmen. Man sollte vor Ort nicht wissen, dass es die Kaiserin war, weshalb man von einer englischen Reisegruppe sprach. Wie dem auch sei: Sissi was here und allein das zählt.

Apropos: In Wilhelmsfeld verbrachte der philippinische Arzt, Dichter und Nationalheld, José Rizal, einen wichtigen Lebensabschnitt. Er wohnte 1886 mehrere Monate bei der Pfarrersfamilie Ullmer im evangelischen Pfarrhaus, während er an der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg studierte, und schrieb hier an seinem Roman „Noli me tangere“. Daran erinnern in Wilhelmsfeld eine Gedenktafel am Pfarrhaus, eine nach José Rizal benannte Straße sowie der Rizal-Park bei der Odenwaldhalle. Der alte Pfarrbrunnen wurde der philippinischen Regierung geschenkt, die ihn im Luneta-Park in Manila aufstellen ließ.

Bildnachweis: Von Radosław Drożdżewski [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

Vgwort