Kall

Östlich der Dreiborner Hochfläche liegt Kall, wo der Kallbach in die Urft mündet. Kall ist von viel Wald umgeben und man findet dort, westlich des Ortes, etliche kleine Kuhlen, die an Bombentrichter erinnern. Das sind die Pingen, Erzabbaustellen aus sehr lang vergangener Zeit.

Der Pingenwanderpfad führt über zehn Kilometer durch die Geschichte der Schächte, wo zu Beginn des 19. Jahrhunderts zudem Schicht im Schacht war. Auch liegt Kall am Römerkanal-Wanderweg. Insgesamt verlaufen durch das Gemeindegebiet Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 144km.

Bereits im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung buddelten die Kelten im Gemeindegebiet von Kall nach Bleierzen. Keltische Lanzenspitzen und Werkzeuge wurden beispielsweise bei Keldenich gefunden. Es folgten die Römer um 50 v. Chr., die dort 500 Jahre verweilten. Sichtbare Spuren ihrer Zeit hinterließen sie mit der Römischen Wasserleitung von Nettersheim nach Köln.

Übel zugerichtet wurde Kall durch Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Rund 85% der Gebäude wurden zu Trümmern. So verwundert es auch nicht, dass die stattliche katholische Pfarrkirche St. Nikolaus auf einem Hügel erst nach dem Krieg aufgebaut wurde. Allerdings konnten Reste des Glockenturms in den Neubau integriert werden.

Aufwändig saniert wurde 2009 das Bahnhofsgebäude in Kall, das heute u.a. den Nationalpark-Infopunkt Kall beherbergt und hier über den Nationalpark Eifel informiert. Aus alter Zeit steht in Kall das Eiserne Kreuz aus dem Jahr 1871. Es wurde einst für Kaiser Wilhelm I. errichtet und 1926 zum Kriegerdenkmal umgewidmet.