Köln-Merheim

Bereits im 7. Jahrhundert, so vermuten Experten, hat im Kölner Stadtteil Merheim eine Kirche gestanden, die als Eigenkirche zum heute noch erhaltenen Fronhof am Von-Eltz-Platz gehörte. Auch die erste urkundliche Erwähnung von Merheim 1217 hat etwas mit einem Gutshof zu tun, da ging es allerdings um den Grülshof, den die Grafen von Berg an die Abtei Altenberg veräußerten.

Direkt am Fronhof steht heute der Nachfahre der alten Kirche aus der Merowinger Zeit. 1821 wurde die katholische Pfarrkirche St. Gereon in ihrer heutigen Form errichtet. Die Altäre in der St. Gereon Kirche stammen vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Zuerst als Saalkirche gebaut, wurde die St. Gereon Kirche 1907 nachträglich mit Säulen und Bögen ausstaffiert. Zu den Umbauten im 20. Jahrhundert gehörte auch die Verkürzung des Kirchturms: Er lag in der Einflugschneise zum Fliegerhorst Ostheim.

Am Anfang der Rüdigerstraße, die den Fronhof mit dem Grülshof verbindet, befand sich im Mittelalter ein Viehmarkt. Der im bergischen Fachwerkstil im Jahre 1665 errichtete Marktgasthof existiert noch heute und ist die älteste Gastwirtschaft im rechtsrheinischen Köln. Sie trägt seit 1937 den Namen Em ahle Kohberg, was vermutlich auf eine kluge Werbeidee der damaligen Wirtsleute Bering zurückzuführen ist, die den Gasthof nach einer Textzeile des bekannten, im Jahre 1930 entstandenen Heimatliedes von Willi Ostermann „Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia, wenn d’r Franz mem Nies nohm Ahle Kohberch jing“, benannten.

Vom Ortskern getrennt durch die Autobahn A 3 liegt die Merheimer Heide als ein Teil des Kölner Grüngürtels. Die Merheimer Heide wurde 1929 als Landschaftspark und Naherholungsgebiet auf einem ehemaligen preußischen Exerziergelände angelegt und wird von Spazierwegen durchzogen. Im nördlichen Teil finden sich Eichen- und Buchenhaine, Wiesen, kleine Sportplätze und ein Reiterhof. Der Südteil nahe der Autobahn besteht zum großen Teil aus Wiesen, Gebüsch und teils altem Baumbestand mit Buchen, Eichen, Eschen, Pappeln und Birken. Hier gibt es Tennisplätze, einen Schützenverein und mehrere Fußballvereine mit den zugehörigen Spielfeldern und Vereinsgastronomie.

An die Merheimer Heide schließt sich nach Westen der Kölner Stadtteil Höhenberg an. Direkt hinter der Bundesstraße B 8 erhebt sich die 1908-10 erbaute katholische Pfarrkirche St. Elisabeth. Die dreischiffige Hallenkirche ist aus Backsteinen errichtet und verbindet spätgotische und romanische Bauformen.