Köln-Deutz

Deutz ist der einzige Teil der Kölner Innenstadt, der am rechten Rheinufer auf der Schäl Sick, liegt. Aber von wegen „falsche Seite“: Von Deutz aus hat man den schönsten Blick auf die Kölner Altstadt und den Kölner Dom. Oder wie es ein Kölscher Schlager formuliert: Lor ens vun Düx noh Kölle, vum Zauber bes do platt.

Den besten Blick in ganz Deutz hat man übrigens vom Kölntriangle, dem mit 103m Höhe zweithöchsten Hochhaus in Köln. Den Namen verdankt der 2004-06 erbaute Kölntriangle seinem dreieckigen Grundriss. In Etage 29 bietet der Kölntriangle eine über eine 400qm große, komplett verglaste Aussichtsplattform, die bequem mit dem Aufzug zu erreichen ist. Hier oben eröffnet sich ein Panoramablick über die Kölner Altstadt, ins Bergische Land und auf den Niederrhein. Bei guter Sicht schaut man bis Düsseldorf und ins Siebengebirge.

Auf Höhe des Kölntriangle führt die 1911 eröffnete Hohenzollernbrücke über den Rhein in die Altstadt. Die neoromanischen Hohenzollerbrücke mit ihren drei auffallenden Eisen-Fachwerkbögen ist ein wichtiger Bestandteil des Kölner Stadtbildes. Die Hohenzollernbrücke ist eigentlich eine Eisenbahnbrücke, an die beidseitig Geh- und Radwege angesetzt sind.

Diese werden intensiv genutzt – nicht nur zum Wechseln von Deutz in die Altstadt, sondern auch zum Anbringen sogenannter Liebesschlösser oder Lucchetti dell'Amore wie der Mann von Welt weiß. Das Anbringen von Vorhängeschlössern an Brücken ist ein italienischer Brauch, der die ewige Liebe besiegeln soll. Auf gut 2t Gewicht bringen es die an der Hohenzollernbrücke angebrachten Liebesschlösser mittlerweile. Deutlich weniger romantisch geht es am östlichen Kopf der Hohenzollernbrücke zu: Hier befindet sich eine ca. 850qm große, öffentliche Kletteranlage des Deutschen Alpenvereins.

Wendet man sich von der Hohenzollerbrücke aus gesehen südlich, kommt man ins historische Zentrum von Deutz. Hier hatten die Römer im 4. Jahrhundert die erste Brückenverbindung von ihrer Provinzhauptstadt Colonia auf die rechte Rheinseite gebaut und ein Kastell errichtet. Auf dem Gelände des alten Römerkastells ließ der Kölner Erzbischof 1003 die Abtei Deutz gründen.

Geht man von hier die Opladener Straße am Bahnhof Deutz vorbei, kommt man zur 1996-98 erbauten Kölnarena, die aufgrund eines Sponsorenvertrags noch mindestens bis 2018 offiziell Lanxess Arena heißt. Die Kölnarena ist mit bis zu 20.000 Plätzen die größte Multifunktionshalle in Deutschland und ist Heimarena für die Kölner Haie (Eishockey) und VfL Gummersbach (Handball).

Hinter der Kölnarena liegt der Alte Deutzer Friedhof, der heute als Parkanlage gestaltet ist und der Pyramidenpark Deutz, von dessen 10m hoher Rampe – der Pyramide – mit Aussichtsplattform man erhöht auf Deutz blickt. Am Ende des Parks liegt an der Deutz-Kalker-Straße übrigens ein kleines Kleinod: eine Tankstelle, die 1959 errichtet wurde und nach aufwändiger Restaurierung um die Jahrtausendwende wieder im alten Glanz der Fifties strahlt – heute unter der Flagge von Esso.

Weiter südlich hinter der Fachhochschule liegt der alte jüdischen Friedhof Deutz, der 1695 gegründet wurde und damit der älteste erhaltene jüdische Friedhof auf Kölner Stadtgebiet ist. Rund 5.000 Menschen liegen hier begraben. Die Friedhofsanlage befindet sich in einem naturbelassenen Zustand. Nördlich schließt sich der Deutzer Stadtgarten an.

Geht man wieder nordwärts Richtung Hohenzollernbrücke, passiert man in der Tempelstraße unterhalb der Pfarrkirche St. Heribert die evangelische St. Johannes Kirche von Deutz. Sie wurde 1859-61 in einem Stilmix aus Klassizismus und Neoromanik erbaut. Geht man die Tempelstraße eweiter, kommt man zur Deutzer Freiheit, der Haupteinkaufsstraße in Deutz.

Sollte man nach der Besichtigung des südlichen Teils von Deutz erschöpft sein, empfiehlt es sich, die Deutzer Freiheit nach rechts einzuschlagen und dann durch die Düppelstraße in die Siegesstraße zu gehen. Hier liegt die Gaststätte Lommerzheim, die als kölscheste aller Kölschkneipen gilt, etwas – nun sagen wir – rustikal aussieht, aber durch den früheren Wirt Lommi zu einer Institution in der Domstadt geworden ist.

Gleich zweimal jährlich wird in Deutz übrigens ordentlich gefeiert: An Ostern und noch einmal in der letzten Oktoberwoche steigt auf dem Festplatz zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke die Deutzer Kirmes. In den jeweils rund zwei Wochen Kirmesspaß kommen über 1 Mio. Besucher, damit ist die Deutzer Kirmes die größte Kirmes in Köln.