Jean-Paul-Weg (Oberfranken)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 172 km
Gehzeit o. Pause: 41 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑3552m  ↓3531m
Jean-Paul-Weg in Oberfranken (Markierung)

Jean Paul galt zu seiner Zeit als großer Dichter. Heute ist er fast in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht. Mit dem Jean-Paul-Weg wurde ihm in seinem geliebten Fichtelgebirge ein Denkmal gesetzt. Im Jahr 2013 feierte Jean Paul seinen 250. Geburtstag. Lange Zeit erinnerte sich kaum jemand an diesen großen Dichter, der zu seinen Lebzeiten ähnlich berühmt war wie Zeitgenosse Goethe.

In Wunsiedel geboren, ist das Fichtelgebirge die Heimat des Dichters, der mit dem bürgerlichen Namen Johann Paul Friedrich Richter 1763 das Licht der Welt erblickte. Es ist bekannt, dass Jean Paul damals viel umherreiste – sowohl in seiner Heimat, als auch zu den umliegenden Städten. Da er jedoch nicht viel Geld besaß, tat er dies munter zu Fuß. Große Etappen von rund 40 Kilometern am Tag stellten für ihn kein Problem dar. Für heutige Wanderfreunde also ein echtes Vorbild. Seine Schriften zeugen von den Naturerlebnissen wie auch den Begegnungen, die er auf seinen Fußmärschen genoss.

Der Jean-Paul-Weg verläuft auf rund 200 Kilometern von Joditz über Hof, Schwarzenbach an der Saale, Wunsiedel und Bayreuth bis zum Felsengarten Sanspareil. Dabei führt der Weg durch den Frankenwald und das Fichtelgebirge bis in die Fränkische Schweiz. Der Wanderer vermag dabei leicht den Markierungstafeln zu folgen, die das Konterfei des Dichters zeigen. Inmitten der schönen Landschaften befinden sich zudem 161 Stationstafeln, die den Wanderer durch die Welt Jean Pauls führen.

Literarisch wandern auf dem Jean-Paul-Weg

Auf 200 Kilometern führt der Fernwanderweg durch traumhafte Landschaften, bestehend aus Wiesen und Feldern, dichten Wäldern, Flüssen und Seen, Mooren und Felsen. Immer wieder laden atemberaubende Ansichten zum Innehalten ein. Zahlreiche Burgen und Schlösser säumen den Weg.

Die literarische Wanderung beginnt in Joditz und führt zunächst nach Hof an der Saale. In diesen beiden Orten verbrachte der Dichter seine Kindheits- und Jugendjahre. Weiter geht es über Döhlau, Oberkotzau und Fattigau nach Schwarzenbach an der Saale, das ebenfalls eine wichtige Station seiner frühen Lebensjahre darstellt. In zahlreichen seiner Werke finden sich diese Orte wieder.

Der Weg gestaltet sich auf der Strecke zwischen Hallerstein, Großer Waldstein, Saalequelle, Weißenstadt, Egertal, Röslau und Bibersbach besonders vielseitig. Er führt nun nach Wunsiedel, der Geburtsstadt Jean Pauls, bevor es weiter geht über Katharinenberg, Bad Alexandersbad, Luisenburg, Reichenbach und Nagel an den schönen Fichtelsee und die Fichtelnaabquelle.

Auf dem weiteren Streckenabschnitt wandern wir bis nach Bayreuth, der Stadt, in der Jean Paul es liebte, bei einem guten Glas Bier einzukehren – der Stadt, in der der Dichter auch begraben wurde. Der Jean-Paul-Weg endet am Schloss Sanspareil.

Bildnachweis: Von PeterBraun74 [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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